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.hist2011 – Geschichte im digitalen Wandel

Der Einsatz digitaler Medien ist heute fester Bestandteil von Forschung und Lehre in der Geschichtswissenschaft. Weiterhin offen ist die Frage, welche Konsequenzen daraus für die Wissenschaft entstehen. Wie verändern das Internet und EDV-gestützte Arbeitsmethoden die historische Forschung? Welche Perspektiven bieten digitale Medien in den Geschichtswissenschaften für die weitere Entwicklung von Forschung und Lehre? Wie haben sich die Grenzen zwischen Fachwissenschaft und Öffentlichkeit bei der Veröffentlichung und Wahrnehmung von Quellen und Publikationen verschoben? In vielen interdisziplinären Projekten stellen sich Wissenschaftler diesen Fragen und beobachten dabei Veränderungen quantitativer und qualitativer Art: Zahlreiche internetgestützte Informations- und Kommunikationsangebote haben das Experimentalstadium verlassen und sich im Netz des Web 2.0 etabliert, beispielsweise als kollaborative Arbeitsplattformen oder in sozialen Netzwerken. Vor allem Nachwuchswissenschaftler greifen auf Internetangebote wie Facebook, Twitter, Wikipedia und Co. zurück und eignen sich deren mediale Informations- und Kommunikationsstrukturen für Forschung und Lehre an. Mit welchen intendierten Zielen, Auswirkungen und Perspektiven ist dabei allerdings noch offen und bietet Raum für Diskussionen.

Das 15-jährige Jubiläum von H-Soz-u-Kult, dem Fach- und Kommunikationsforum für die Geschichtswissenschaften, und das einjährige Bestehen von L.I.S.A. – Das Wissenschaftsportal der Gerda Henkel Stiftung, sind der Anlass, die Veränderungen von Forschungspraktiken in den Geschichtswissenschaften vor dem Hintergrund des digitalen Wandels zu reflektieren und zu diskutieren. Im Mittelpunkt steht dabei der Wandel von Arbeitspraktiken und Methoden. Zugleich wird eine Werksschau aktuellen Projektentwicklungen den Raum zur Präsentation geben.

Termin: 14. und 15. September 2011
Ort: Senatsaal, Hauptgebäude der Humboldt-Universität zu
Berlin, Unter den Linden 6, 10117 Berlin
Veranstalter: Clio-online – Historisches Fachinformationssystem e.V.,
Gerda Henkel Stiftung, Düsseldorf

Hier geht es zur Seite der Tagung

 

Quelle:

Dr. Sybille Wüstemann
Geschäftsstelle

Gerda Henkel Stiftung

Die älteste, menschliche Hand

Der 2008 entdeckte Australopithecus sediba könnte der direkte Vorfahre der Gattung Homo sein. Zu diesem Schluss kommt ein Forscherteam der University of the Witwatersrand mit Beteiligung des Anthropologen Peter Schmid von der Universität Zürich. Die Forschenden beschreiben in fünf Publikationen in «Science», weshalb ihr Fund eher als Vorfahre in Frage kommt als frühere Entdeckungen wie der Homo habilis.

Die fossilen Knochen des Vormenschen, der nördlich von Johannesburg in Malapa ausgegraben wurden, sind 1,98 Millionen Jahre alt. Dies ergaben die neuesten Untersuchungen der beiden Skelette MH-1 und MH-2, die von einem etwa 10-13jährigen Knaben und einer etwa 30jährigen Frau stammen.

Wie sich herausstellte, vereint Australopithecus sediba verschiedene Merkmale, die bei einem frühen Vorfahren des Menschen so noch nicht gesehen wurden. So zeigen die Fossilien ein überraschend modernes, aber kleines Gehirn, eine sehr modern entwickelte Hand mit langen Daumen wie beim Menschen, ein sehr menschenähnliches Becken, aber eine Fuss- und Fersenform, die sowohl affen- als auch menschenartig ist. Prof. Lee Berger, University of the Witwatersrand, ist aufgrund der Funde der Ansicht, dass Australopithecus sediba der beste Kandidat als direkter Vorfahre der Gattung Homo ist.

Mehr hierzu auf der Seite der Universität Zürich

 

Quelle:

Beat Müller
Kommunikation

Universität Zürich

Entdeckung im Hessischen Ried: Bereits zu Claudius und Neros Zeiten erstes Römer-Kastell

Ausgrabungen von Frankfurter Archäologen in der Nähe von Wallerstädten (Groß-Gerau) haben neue und überraschende Erkenntnisse zur römischen Besiedlung des nördlichen Hessischen Rieds erbracht. Das Fundmaterial lässt darauf schließen, dass das hier vermutete römische Truppenlager von den 40er-Jahren bis in die 70er-Jahre des 1. Jahrhunderts nach Christus existiert hat und damit älter ist als das bekannte Römerkastell im nahegelegenen Groß-Gerau.

„Die Entdeckung und Erforschung des römischen Lagers bedeutet für die Besiedlungsgeschichte des Rieds einen völlig neuen Impuls. Bislang ging die Forschung davon aus, dass die strategisch wichtige Gegend südlich der Mainmündung – als Vorfeld der Metropole Mogontiacum, Mainz, – erst unter dem Kaiser Vespasian (69-79) dem Imperium Romanum einverleibt worden sei. Nun wissen wir, dass Groß-Gerau nicht das erste Zentrum der mediterranen Großmacht im Ried war“, erläutert Prof. Hans-Markus von Kaenel von der Goethe-Universität während eines Mediengesprächs in Wallerstädten…

Mehr hierzu auf der Seite der Uni Frankfurt

 

Quelle:

Ulrike Jaspers
Marketing und Kommunikation

Goethe-Universität Frankfurt am Main