In Tikal haben Archäologen eine komplexe Anlage ausgegraben, mit der die Bewohner der alten Maya-Stadt ganzjährig Regenwasser verteilen konnten. Das 1700 Jahre alte System zur Wasserversorgung zeugt von enormer Ingenieurskunst…
In Tikal haben Archäologen eine komplexe Anlage ausgegraben, mit der die Bewohner der alten Maya-Stadt ganzjährig Regenwasser verteilen konnten. Das 1700 Jahre alte System zur Wasserversorgung zeugt von enormer Ingenieurskunst…
Ein internationales Forscherteam mit Berner Beteiligung hat in Israel einzigartige Funde in einer Synagoge aus byzantinischer Zeit gemacht. Die Funde belegen die Wichtigkeit von Synagogen als Zentren des damaligen religiösen und sozialen Lebens.
Mamor, Stein, Gold: Warum sich die türkische Regierung in Restitutionsfragen zunehmend unnachgiebig zeigt…
Erstaunlich früh stellen Menschen Keramikgefäße her, um Lebensmittel zu lagern. Das belegt ein Fund aus China. Die Forscher vermuten, dass die Töpferwaren auch zum Kochen genutzt wurden…
Pfeil und Bogen werden lange schon als möglicher Indikator für moderne kulturelle Fähigkeiten gehandelt. Erste Hinweise auf ihre Nutzung stammen aus Südafrika und werden auf ca. 64 000 Jahren vor heute datiert. Bislang war die Bedeutung dieses Gerätesets für die kognitiven Fähigkeiten des Menschen unklar. Nun gelang es zwei Wissenschaftlerinnen, Miriam Haidle von der Forschungsstelle ROCEEH der Heidelberger Akademie der Wissenschaften am Senckenberg Forschungsinstitut und der Universität Tübingen und Marlize Lombard von der University of Johannesburg, die neuartige konzeptionelle Basis des Umgangs mit Pfeil und Bogen zu entschlüsseln.
Auf der Grundlage archäologischer Funde, völkerkundlicher Analogien und durch Experimente wurden die für die Herstellung von Pfeil und Bogen notwendigen Schritte und Elemente rekonstruiert. Beide Gegenstände sind ein Beispiel für ein komplementäres Werkzeugset. Diese bestehen aus getrennten, aber in Abhängigkeit voneinander entwickelten Elementen. Der Bogen stellt dabei den kontrollierenden bzw. verstärkenden Teil dar, Pfeile die flexibel einsetz- und austauschbaren Verbrauchselemente. Zunächst nutzte der Mensch Werkzeuge zur Herstellung von Werkzeugen (seit ca. 2,5 Millionen Jahren), dann aus verschiedenen Teilen zusammengesetzte Geräte, die eine Einheit mit neuen Eigenschaften bilden wie hölzerne Speere mit Spitzen aus Stein (seit 200-300.000 Jahren). Pfeil und Bogen und andere komplementäre Werkzeugsets waren eine weitere Möglichkeit für prähistorische Menschen, die Flexibilität ihrer Reaktion auf die Herausforderungen der Umwelt enorm zu steigern.
Das Konzept komplementärer Werkzeugsets beinhaltet verschiedenartige Anwendungen wie Nadel und Faden, Angel und Haken, Hammer und Meißel. Pfeil und Bogen sind ein besonders komplexes Beispiel dafür. An der heutigen Rekonstruktion eines einfachen Bogens und Pfeilen mit Vorschaft sind zehn verschiedene Werkzeuge beteiligt. Aus insgesamt 22 Rohmaterialien und drei unspezifischen Halbfertigprodukten (Bindematerial, Multikomponentenkleber) werden in fünf Herstellungsabschnitten ein Bogen und in weiteren Herstellungseinheiten dazugehörige Pfeile gefertigt. Die vorliegende Untersuchung konnte eine derartige Komplexität im Umgang mit Geräten zu einem frühen Zeitpunkt in der Geschichte des Homo sapiens erstmals sichtbar machen.
Die Ergebnisse werden in der aktuellen Ausgabe des Cambridge Archaeological Journal vorgestellt.
Quelle:
Dr. Herbert von Bose
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Akademie der Wissenschaften
Heidelberger Akademie der Wissenschaften
Erster Wikipedian in Residence im Deutsche Archäologischen Institut
Ab 1. Juni 2012 wird erstmals ein aktiver Wikipedia-Autor als Schnittstelle zwischen einer deutschen wissenschaftlichen Einrichtung und der freien Online-Enzyklopädie angestellt.
Mit dem sogenannten Wikipedian in Residence setzt das Deutsche Archäologische Institut (DAI) ein internationales Projekt der Wikipedia-Community in Deutschland um. Marcus Cyron, langjähriger Wikipedia-Autor, wird in den nächsten sechs Monaten den Austausch zwischen dem DAI und der ehrenamtlichen Wikipedia-Community anregen und professionell begleiten. Seine erste Aufgabe ist es, Wikipedia und den freien Zugang zu Wissen in der Langen Nacht der Wissenschaften in der Zentrale des DAI in Berlin zu präsentieren. Nachdem international bereits das British Museum oder das Chateau Versailles einen Wikipedian in Residence in ihre wissenschaftliche Arbeit integriert haben, übernimmt nun das DAI mit dem Modell eine Vorreiterrolle in Deutschland.
Zu Marcus Cyrons Kernaufgaben als Wikipedian in Residence wird gehören, die Wissenschätze des DAI für Wikipedia zu identifizieren sowie Workshops mit Kuratoren, Fachwissenschaftlern und anderen Mitarbeitern des Instituts zu realisieren. Ziel ist es, alle diese Gruppen zu befähigen, zu Wikipedia beizutragen und Artikel erstellen zu können. Darüber hinaus wird er Tagungen und Treffen zwischen Wikipedianern und Wissenschaftlern organisieren. Dazu sind Führungen mit Ehrenamtlichen geplant, die Informationen oder Bilder für Artikel generieren können.
Die Zusammenarbeit soll sowohl für das wissenschaftliche Institut als auch für die Aktiven im Projekt Wikipedia Früchte tragen. Durch den Austausch über die Arbeit des DAI und die wissenschaftlichen Erkenntnisse kann die Qualität von Wikipedia weiter verbessert werden. Sollte die Verknüpfung von Wikipedia-Artikeln mit den entsprechenden Quellen in DAI-Systemen zur Regel werden, steigt damit die Sichtbarkeit der Leistungen des DAI und die Häufigkeit der Aufrufe seiner Inhalte im Netz. Eine wichtige Rolle kann dabei das freie Medienarchiv Wikimedia Commons spielen, aus dem heute bereits 12 Millionen frei lizenzierte Fotos, Grafiken und andere Mediendateien direkt in Wikipedia eingebunden sind. Hier können ausgesuchte, urheberrechtsfreie und zur Publikation genehmigte Archiv- und Sammlungsbestände des DAI der Allgemeinheit zugänglich gemacht werden – in Wikipedia und darüber hinaus.
Wikimedia Deutschland unterstützt die Partnerschaft des DAI mit dem Wikipedian in Residence. Der freie Zugang zu kulturell wertvollen Inhalten gehört zu den Kernzielen des Vereins. Bereits 2008 konnte in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Bundesarchiv die Freigabe von mehr als 100.000 ausgesuchten Fotos erreicht werden. 2009 folgte die Öffentlichmachung von 60.000 Dateien aus der Deutschen Fotothek. Mögliche Inhalte des DAI wären Aufnahmen, die älter als 70 Jahre und urheberrechtsfrei sind, aber wichtige, heute teilweise nicht mehr erhaltene Zustände und Zusammenhänge wiedergeben. Dasselbe gilt für digitale Abbildungen aus Stichwerken des Barock oder Beschreibungen und Plänen aus frühen Archiven vor dem Beginn der Fotografie.
Das Modell des Wikipedian in Residence steht im Zeichen der Befreiung weiterer Inhalte und soll in Deutschland etabliert werden. So findet sich mit einer Ausschreibung der Stiftung Stadtmuseum Berlin ein weiteres Stellenangebot auf der Webseite von Wikimedia Deutschland.
Quelle:
Nicole Kehrer
Pressestelle
Deutsches Archäologisches Institut
Weitere Informationen hierzu finden Sie unter folgendem Link.
Neue Datierungen von der Geißenklösterle-Höhle in Südwestdeutschland belegen frühe Ankunft des anatomisch modernen Menschen und die frühe Entstehung von Kunst und Musik.
Wissenschaftler der Universitäten Oxford und Tübingen haben neue Radiokohlenstoffdatierungen von der Geißenklösterle-Höhle auf der Schwäbischen Alb soeben im Journal of Human Evolution veröffentlicht. Die neuen Datierungen wurden durch eine verbesserte Methodik zur Vermeidung von Kontaminationen gewonnen und belegen für die Funde – und damit den Beginn des Aurignacien – ein Alter von 42.000 – 43.000 Jahren vor heute. Das Aurignacien ist die erste Kultur, die figürliche Kunstwerke, Musikinstrumente und andere Schlüsselinnovationen hervorbrachte, wie die Autoren bereits vorher in ihrer „Kulturpumpe-Hypothese“ postuliert hatten. Das volle Spektrum dieser Innovationen hatte sich in der Region spätestens 40.000 Jahren vor heute vollständig durchgesetzt.
Die Datierungen sind die bisher frühesten für das Aurignacien und damit älter als Datierungen von Funden aus Italien, Frankreich, England und anderen Regionen. Diese Ergebnisse unterstützen die Donau-Korridor-Hypothese, nach der anatomisch moderne Menschen entlang der Donau nach Mitteleuropa einwanderten. Das Geißenklösterle ist eine von mehreren Höhlen auf der Schwäbischen Alb, in der Schmuck, figürliche Kunst mit einer mythisch-symbolischen Bildsprache sowie Musikinstrumente gefunden wurden. Die neuen Datierungen unterstreichen in der Zusammenschau mit bereits vorliegenden Thermolumineszenz-Datierungen das hohe Alter des schwäbischen Aurignacien.
Die neuen Daten zeigen darüber hinaus, dass anatomisch moderne Menschen die Region der Oberen Donau bereits vor einer sehr kalten Phase der letzten Eiszeit um etwa 40.000 Jahre vor heute („Heinrich-4-Event“) besiedelt haben. Bislang gingen viele Wissenschaftler davon aus, dass die Einwanderung des anatomisch modernen Menschen entlang der Donau erst nach dieser Kaltphase stattgefunden habe. Offenbar hat der anatomisch moderne Mensch Südwestdeutschland aber bereits früher, während einer milderen Phase der Würm-Eiszeit betreten – zu einer Zeit und in einem Klima, als Europa von Neandertalern bewohnt war. Trotz intensiver Bemühungen, archäologische Hinweise auf mögliche Begegnungen zwischen beiden Menschenformen zu finden, ist dies im Bereich der Oberen Donau bislang nicht gelungen.
Die Ergebnisse weisen die Schwäbische Alb als wahrscheinliches Kernland des Aurignacien aus, wobei die schwäbischen Höhlen gleichzeitig die ältesten Belege für die technologischen und künstlerischen Innovationen dieser Zeit geliefert haben. Ob diese Innovationen, die auf der Alb bestens belegt sind, durch den Einfluss von klimatischem Stress, der Konkurrenzsituation mit einer anderen Menschenform oder anderen sozio-kulturellen Dynamiken ausgelöst wurden, bleibt weiter zentral im Fokus der Forschungen der Wissenschaftler aus Tübingen und Oxford. Hoch auflösende Datierungsmethoden, wie sie hier Anwendung finden, sind essentiell für einen zuverlässigen chronologischen Rahmen, der es dann erlaubt, Hypothesen zu überprüfen und die Ausbreitung des anatomisch modernen Menschen nach und in Europa zu erklären. Gerade letzteres ist von größter Bedeutung, denn dieser Prozess führte zu weitreichenden kulturellen Innovationen wie der Entstehung von figürlicher Kunst und Musik, aber auch zum Aussterben des Neandertalers.
Quelle:
Michael Seifert
Hochschulkommunikation
Eberhard Karls Universität Tübingen
In Guatemala haben Archäologen den bislang ältesten Maya-Kalender entdeckt…
Link zum Artikel auf Spiegel Online
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Seit dem Sturz des Mubarak-Regimes ist die Antikenverwaltung in Geldnot. Die Wächter über Ägyptens Altertümer setzen nun auf Großprojekte – auch mit deutscher Hilfe…
Hier finden Sie den ganzen Artikel auf Zeit Online
Was sind die größten Herausforderungen für große Museen heute? Nicht Streitfälle wie die Nofretete oder der Schatz von Troja, schreibt Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz…
Hier geht es zum Artikel auf tagesspiegel.de