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Die wissenschaftlichen Fakten zum Maya-Kalender

Obwohl das Jahr 2012 erst begonnen hat, blicken viele bereits gebannt auf das Ende: Für den 21. Dezember soll der Maya-Kalender angeblich den Weltuntergang vorhersagen. Wissenschaftler weisen diese abstruse Interpretation zurück. Die Abteilung für Altamerikanistik und Ethnologie der Universität Bonn geht während ihrer Mesoamerikanisten-Tagung am Samstag, 11. Februar, auf die wissenschaftlichen Fakten zur angeblichen Apokalypse ein.

Eine rätselhafte Inschrift in einer Steintafel der Ausgrabungsstätte Tortuguero am Golf von Mexiko und der Maya-Kalender sollen angeblich Hinweise auf das Weltuntergangsdatum 21. Dezember 2012 geben. Wissenschaftler widersprechen dieser Darstellung. Der Maya-Forscher Prof. Dr. Nikolai Grube von der Universität Bonn führt am Samstag, 11. Februar, ab 9.30 Uhr im Akademischen Kunstmuseum, Am Hofgarten 21, in das Themenpanel „Mythos 2012“ ein. Wissenschaftler aus Melbourne (Australien), von der Technischen Universität Berlin sowie den Universitäten Bonn und Hamburg unterziehen gängige Interpretationen einer kritischen Betrachtung.

Während die Forschung die aus verschiedenen Jahrhunderten stammenden Originaltexte der Maya als Zeugnisse antiker Zeit- und Weltvorstellungen betrachtet, werden sie inzwischen öffentlich als Quelle für zweifelhafte apokalyptische Szenarien genutzt. In den Medien stößt das Thema auf großes Interesse und findet Anhänger in verschiedenen Kreisen. Weit ab von den wissenschaftlichen Erkenntnissen ist ein medialer Selbstläufer entstanden. Die beteiligten Wissenschaftler haben sich daher das Ziel gesetzt, die voreuropäischen und modernen Maya-Überlieferungen zu „2012“ in deren historischen und kulturellen Kontext zu diskutieren. Weitere Beiträge befassen sich mit deren pseudo-wissenschaftlichen Auslegungen und der damit verbundenen Vermarktung des Maya-Kalenders und der Texte.

Einblicke in laufende und abgeschlossene Forschungsprojekte bieten auch die beiden anderen öffentlichen Termine der Fachtagung am 10. und 12. Februar. Am Freitagnachmittag stehen ethnologische und historische Beiträge aus der Erforschung mittelamerikanischer indigener Gesellschaften im Fokus, der Sonntagvormittag ist gänzlich der archäologischen Forschung auf der Halbinsel Yukatan gewidmet. Alle Interessierten sind herzlich willkommen. Der Unkostenbeitrag beläuft sich auf fünf Euro, ermäßigt 2,50 Euro. Wegen der begrenzten Zahl an Zuhörerplätzen wird um Anmeldung gebeten: per E-Mail iae@uni-bonn.de (Stichwort: „2012“) oder telefonisch von Montag bis Freitag von 9 bis 17 Uhr unter 0228/73-4412.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Quelle:

Johannes Seiler

Abteilung Presse und Kommunikation

Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Was die Mumien aus Salò über das 19. Jahrhundert in Italien verraten

Die anatomischen Mumien des in Vergessenheit geratenen Einbalsamierers Giovan Battista Rini aus Salò an der westlichen Uferseite des Gardasees sind Zeitzeugen des Risorgimento, der italienischen Einheitsbewegung. Im Rahmen einer italienisch-deutschen Studie haben Forscher unter der Koordination des Anthropologen Dario Piombino-Mascali der Europäischen Akademie Bozen (EURAC) die anatomischen Präparate untersucht und die bis dahin geheime Einbalsamierungsrezeptur entschlüsselt. Die Ergebnisse sind in der Online-Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift Clinical Anatomy erschienen.

Die anatomischen Präparate von Giovan Battista Rini aus dem 19. Jahrhundert (Foto: EURAC)

„Zu Zeiten Rinis gab es noch keine Kühlzellen und Leichen verwesten schnell. Anatomische Präparate dienten somit den Anatomielehrern bei der Ausbildung von Ärzten und für die medizinische Forschung. Zusammen mit meiner Kollegin Stephanie Panzer, Radiologin an der Unfallklinik in Murnau haben wir die Präparate mit Hilfe eines Computertomographen durchleuchtet und herausgefunden, wie Rini vorgegangen war. Leider gibt es keine Aufzeichnungen und Notizen der genauen Zusammensetzung der Einbalsamierungsformel, aber die CT-Scans lassen darauf schließen, dass es dem Präparator wahrscheinlich durch Immersion und gleichmäßiges Injizieren eines Gemisches aus Schwermetall-Legierungen gelungen ist, die Körper zu versteinern. Aus Bestandsaufnahmen des Krankenhauses in Salò konnten wir außerdem entnehmen, dass er Arsen besaß, ein Mittel das oft zur Einbalsamierung verwendet wurde.“, erklärt Dario Piombino-Mascali vom EURAC-Institut für Mumien und den Iceman.
An der Studie beteiligten sich außerdem Alberto Carli, Kurator der anatomischen Sammlung von Paolo Gorini aus Lodi in der Lombardei und der Paläopathologe Albert Zink, Leiter des EURAC-Instituts für Mumien und den Iceman. Gemeinsam haben sie die gut erhaltenen Oberkörper und Köpfe aus dem 19. Jahrhundert untersucht. Rini hatte vor allem Leichen präpariert, die zu Lebzeiten Mitglieder der Briganten-Banden und des Karbonari-Geheimbundes waren. Menschen, die am Rande der Gesellschaft lebten und sich gegen die Obrigkeit auflehnten und an der Fortentwicklung der italienischen Einigungsbewegung beteiligten.
Der Gardesaner Rini hat in Pavia Medizin studiert. Nach einer kurzen Karriere an einem Mailänder Krankenhaus ist er in seine Heimatstadt zurückgekehrt, wo er die Technik der Petrifikation perfektionierte. Rini eiferte seinem Vorgänger Girolamo Segato nach. Neben den versteinerten Objekten zählen zu seiner Sammlung auch Korrosionspräparate ohne Haut-, Binde- und Fettgewebe, die besondere anatomische Details sichtbar machen.
Wie alle seine Zeitgenossen hielt auch der Petrifikator aus Salò seine Methode geheim. Aber dank Giovan Battista Rini können wir heute nach mehr als einem Jahrhundert die Präparate bestaunen, die bis vor kurzem im Krankenhaus in Salò aufbewahrt waren, aber demnächst im neuen Stadtmuseum ausgestellt werden.

Quelle:

Stefanie Gius
Wissenschaftskommunikation
Europäische Akademie Bozen – European Academy Bozen/Bolzano

Roads of Arabia. Archäologische Schätze aus Saudi-Arabien

Die Ausstellung „Roads of Arabia“ (im Pergamonmuseum in Berlin, vom 26. Januar bis 9. April 2012) präsentiert Zeugnisse der Vor- und Frühgeschichte sowie des antiken Saudi-Arabiens: erste Faustkeile, 6000 Jahre alte anthropomorphe Steelen, monumentale ägyptisierende Kolossstatuen, Glas- und Metallarbeiten der römischen Antike, sowie Objekte der Keramikrevolution der islamischen Frühzeit.

Weitere Informationen hierzu finden Sie hier.

Quelle:

Nicole Kehrer

Pressestelle

Deutsches Archäologisches Institut

Basler Ägyptologen entdecken neues Grab im Tal der Könige

Forschende des Ägyptologischen Seminars der Universität Basel haben im ägyptischen Tal der Könige ein Grab gefunden, in dem im Abstand von etwa 500 Jahren zwei Begräbnisse stattfanden. Das rund 3500 Jahre alte Grab enthält einen Sarkophag mit der Mumie einer Frau und ist erst der zweite Fund im Tal der Könige seit der Entdeckung von Tutanchamuns Grabstätte 1922.
Hölzerner Sarkophag, der die Mumie einer Frau namens Nehemes-Bastet enthält. Bild: Universität Basel

Bei der neu entdeckten Grabstätte mit der Bezeichnung KV 64 handelt es sich um ein über einen Schacht zugängliches Einkammergrab, in dem im Abstand von etwa 500 Jahren zwei Begräbnisse stattfanden. «Dieser Fund liefert wertvolle Informationen zu zwei unterschiedlichen Nutzungsphasen», so die Grabungsleiterin Elina Grothe-Paulin.

Im oberen Bereich des Grabes, das am 12. Januar 2012 geöffnet wurde, entdeckten die Forschenden einen beschrifteten, gut erhaltenen hölzernen Sarkophag, der die Mumie einer Frau namens Nehemes-Bastet enthält. Diese stammt wohl aus einer der einflussreichen Familien der Amun-Priesterschaft und führte den in Elitekreisen häufigen Priesterinnentitel einer Sängerin des Amun. Die Basler Ägyptologen datieren diesen Fund auf die Zeit der 22. Dynastie (9. Jahrhundert v. Chr.).

Durch besonders glückliche Umstände wurde das Grab nicht beraubt. Dadurch liessen sich die Verschlusssysteme der Grabstätte sowie die originale Anordnung des Sarkophags und einer bemalter Holzstele dokumentieren. Die sehr sorgfältig eingewickelte Mumie der etwa 1,55 Meter grossen Frau befindet sich noch unversehrt im Sarkophag.

Das in den Fels gehauene Einkammergrab wurde aber offensichtlich schon vor der Bestattung von Nehemes-Bastet als Grabstätte genutzt. Das ursprüngliche Begräbnis konnten die Basler Ägyptologen auf die 18. Dynastie (um 1450 v. Chr.) datieren, was mit dem Beginn der Nutzung des Tals der Könige als Nekropole zusammenfällt. Reste der ersten Grabausstattung, die wohl in der Antike beraubt wurde, befinden sich noch unterhalb einer Schuttschicht.

Weitere Informationen hierzu finden Sie hier.

Quelle:

MA Reto Caluori
Kommunikation & Marketing
Universität Basel

1000 Jahre alte wertvolle Textilien aus der Mongolei restauriert

Sie zählen zu den ältesten Textilfunden der Welt. Einen rund 1000 Jahre alten, einzigartigen Seidenkaftan aus chinesischem Damastgewebe und den ältesten bis heute bekannten Mantel aus Wollfilz konnten Wissenschaftlerinnen der Fachhochschule Köln aus Textilfragmenten aus mongolischen Felsgräbern rekonstruieren. Die Textilfragmente stammen aus einem neu entdeckten reiternomadischen Felsengrab in der Mongolei. Die wertvollen Textilien werden zum ersten Mal in der Ausstellung »Steppenkrieger – Reiternomaden des 7. – 14. Jahrhunderts aus der Mongolei« ab dem 26. Januar 2012 öffentlich zu sehen sein.

 

 

Quelle:

Petra Schmidt-Bentum

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Fachhochschule Köln

 

 

 

Pergamon. Panorama der antiken Metropole

Pergamon – Die antike Stadt in Kleinasien ist vor allem durch den Pergamonaltar weltweit bekannt geworden. Jährlich zieht es viele Besucher auf die Museumsinsel, um den Kampf zwischen den olympischen Göttern und den Giganten auf dem Altarfries zu bestaunen. Was weiß man über die Stadt, über die Menschen, die hier lebten? Erstmals der Öffentlichkeit gezeigte Exponate aus den Beständen der Antikensammlung sowie zahlreiche Leihgaben aus deutschen und internationalen Museen sollen in der neuen Sonderausstellung ein anschauliches Bild vom Leben in Pergamon vermitteln.

Jetzt endlich, einige Wochen nach der Eröffnung und nachdem der erste große Besucherstrom etwas nachgelassen hat, will ich mir ein eigenes Bild von der vielfach angekündigten Ausstellung machen.

Dunkelbraun gestrichene Wände und ein meterhohes Regal mit großen Holzkisten – bereits der erste Raum wirkt irgendwie ungewöhnlich. Hier geht es um die Grabungsgeschichte von Pergamon. Dass es die Friese des Pergamonaltars überhaupt noch gibt, haben wir dem deutschen Ingenieur Carl Humann zu verdanken: Bei Straßenbauarbeiten im türkischen Bergama bekam er mit, wie auf dem Burgberg Reste großer Friesplatten von Kalkbrennern zerschlagen und zu Kalk verarbeitet wurden. Sogleich bemühte er sich um eine Grabungserlaubnis für die Berliner Museen. Die erforderlichen Erlaubnisse, Erlasse und weitere Dokumente vermitteln in diesem Raum einen spannenden Eindruck von den Grabungskampagnen im 19. Jahrhundert.

Vor allem die ausgestellten Skulpturen gefallen mir: Sie zeugen von der glanzvollen Zeit der hellenistischen Metropole im 2. Jh. v. Chr. Damals gelang es König Eumenes II., mit einem gewaltigen Bauprogramm seiner Residenzstadt hinsichtlich Kunst und Kultur überregionale Bedeutung zu verleihen.

Ich betrete einen sehr hohen, hellen Raum, mit einem Spiegel an der Decke. Griechische Namen an den Wänden, wohin ich auch blicke. In einer Gesamtgenealogie hat der Pensionär Dieter Macek über 7000 Götter und Heroen verzeichnet. Yadegar Asisi nutzte den Stammbaum als Basis seiner Installation, in welcher der Deckenspiegel den Menschen als eigentlichen Schöpfer dieser Welt der Götter und Heroen enthüllt. Ein origineller Höhepunkt der Ausstellung.

Nicht nur antike Skulpturen, Archivdokumente, Inschriften und Architekturelemente, sondern auch Zeugnisse der Rezeption pergamenischer Kunst werden präsentiert. Denn bereits ab dem 19. Jahrhundert faszinierte die antike Metropole Künstler und Literaten.

Insgesamt beeindrucken mich an der Sonderausstellung die ungewöhnlichen Formen der Vermittlung. Dazu gehört auch das vom Berliner Künstler Yadegar Asisi errichtete 360-Grad-Panorama. Auf dem 24 x 103 m großen fotorealistischen Rundbild im Ehrenhof des Museums sieht der Besucher detailgetreue Eindrücke der Stadt Pergamon im 2. Jh. n. Chr. Mit einer Tag- und Nachtsimulation, einer der antiken Stadt nachempfundenen Geräuschkulisse sowie Hintergrundmusik werden die Sinne des Besuchers angesprochen. Egal, ob man vor oder erst nach der Sonderausstellung das Panorama besucht – es ist originell und eine spannende Abwechslung.

Leider durfte ich vom Panorama keine Fotos machen! Dafür aber von der Ausstellung:

Hellenistische Skulpturen (LH)
Hellenistische Frauenstatue (LH)
Attalos I. (LH)
Bruchstücke von Bronzefiguren (LH)
Der Gallier und seine Frau. Gipsabguss (LH)
Göttergenealogie mit Mensch im Zentrum (LH)
Götter und Heroen (LH)
Rekonstruktion von Pergamon. Maler: Friedrich Thiersch, 19. Jh. (LH)

Schon vor 77.000 Jahren lebten und schliefen Menschen auf medizinisch genutzten Pflanzen

Ein internationales Archäologenteam konnte den bisher ältesten Nachweis bewusst aufgeschichteter „Pflanzenbettungen“ erbringen: Solche aus wenigen Zentimetern dicken, kompakten Lagen von Stängeln und Blättern von Riedgräsern und Binsen bestehenden Schichten sind über 77.000 Jahre alt und wurden unter einem Felsschutzdach in Südafrika gefunden. Die zum Teil insektenabweisenden Pflanzen sind 55.000 Jahre älter als bisher bekannte Nachweise von anthropogenen Pflanzenbettungen und gestatten damit wichtige Einblicke in Verhaltenspraktiken des frühen modernen Menschen in Südafrika.

Die urgeschichtlichen Pflanzenbettungen wurden bei Ausgrabungen in Sibudu (Kwa-Zulu-Natal Provinz, Südafrika) aufgedeckt. Mindestens 15 Schichten dieses Fundplatzes enthalten Hinweise auf derartige Pflanzenbettungen und datieren in den Zeitraum zwischen 77.000 bis 38.000 Jahre vor heute. Sie bestehen aus wenigen Zentimetern dicken, kompakten Lagen von Stängeln and Blättern von Riedgräsern und Binsen, die sich räumlich über ein bis drei Quadratmeter in der ausgegrabenen Fläche erstrecken.

Die ältesten Überreste der Pflanzenbettungen dieses Fundplatzes sind besonders gut erhalten. Sie bestehen aus einer Schicht fossilisierter Stängel und Blätter von Riedgräsern mit einer abschließenden papierdünnen Schicht aus Blättern der Cryptocarya woodi, auch Kap Quitte genannt, ein südafrikanisches Gewächs aus der Familie der Lorbeergewächse. Die Blätter dieser Pflanze enthalten insektizide Chemikalien und sind damit geeignet, Mücken fern zu halten. „Die spezifische Auswahl dieser Blätter für die Konstruktion der Pflanzenlagen zeigt eine genaue Kenntnis der Bewohner über ihre Umgebung an wie auch der medizinischen Wirksamkeit von Pflanzen. Pflanzliche Heilkunde hat den Menschen gesundheitliche Vorteile verschafft, und der Gebrauch von insektiziden Pflanzen eröffnet uns eine ganze neue Einsicht in das Verhalten der frühen Menschen“ sagt Lyn Wadley von der Universität Witwatersrand.

Die Bewohner haben die Pflanzenstängel und -blätter direkt unterhalb des Felsschutzdaches entlang eines Flusses gesammelt, und dann auf die Oberfläche des Bodens aufgelegt. Diese Aufbettungen wurden nicht nur als Schlaffläche genutzt, sondern stellten bequeme Lebens- und Arbeitsoberflächen dar. Mikroskopische Analysen der Pflanzenbettungen durch Christopher Miller von Universität Tübingen deuten darauf hin, dass diese während des Gebrauchs der Höhle mehrfach ausgebessert wurden. Die mikroskopischen Untersuchungen haben außerdem ergeben, dass die Bewohner der Höhle die Pflanzenbetten nach Gebrauch regelmäßig verbrannt haben. „Sie haben die ausgedienten Aufbettungen absichtlich in Brand gesetzt, vermutlich um Schädlinge zu beseitigen. Dies hat den Fundplatz für spätere Nutzungen vorbereitet und stellt eine neuartige Verwendung von Feuer zur Pflege von Siedlungsplätzen dar“, so Miller.

Die erhaltenen Pflanzenbettungen treten im Zusammenhang mit mehreren Feuerstellen und Aschegruben auf. Ab 58.000 Jahren vor heute nimmt die Anzahl der Feuerstellen und Aschegruben dramatisch zu. Die Archäologen nehmen an, dass dies aus einer verstärkten Besiedlung der Fundstelle resultiert. In ihrem Artikel argumentieren die Wissenschaftler, dass ein Zusammenhang mit einer Veränderung in der Bevölkerungsdynamik in Südafrika zu diesem Zeitpunkt besteht. Um etwa 50.000 Jahren vor heute breitet sich der moderne Mensch bis nach Eurasien aus, wo er archaische Formen, wie den Neandertaler, verdrängt.

An der Fundstelle wurden außerdem durchlöcherte Muschelschalen, die vermutlich als Schmuck verwendet wurden, und zugespitzte Knochenspitzen, die wahrscheinlich für die Jagd genutzt wurden, gefunden. Es gibt auch Hinweise auf die frühe Entstehung von Pfeil und Bogen, auf den Gebrauch von Schlingen und Fallen zur Jagd und auf die Produktion von Klebstoff für geschäftete Steinwerkzeuge.

Der Zeitpunkt der aktuellen Entdeckung ist besonders günstig, da zukünftige Grabungen in Gefahr sind. Lokale Funktionäre planen die Konstruktion eines großen Haustraktes in unmittelbarer Umgebung von Sibudu, was den Fundplatz schwer gefährden und zukünftige Grabungen verhindern würde. Wadley und ihre Kollegen hoffen, dass die hier aufgeführten wichtigen Entdeckungen den hohen Wert von Sibudu als unersetzliches Kulturerbe für Südafrika und den Rest der Welt unterstreichen.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Quelle:

Michael Seifert

Hochschulkommunikation

Eberhard Karls Universität Tübingen

Wiedereröffnung des Museums für Antike Schiffahrt

Am 12. Dezember 2011, um 19 Uhr, feiert das Römisch-Germanische Zentralmuseum (RGZM) die Wiedereröffnung des Museums für Antike Schiffahrt. Dabei werden sowohl die energetische Sanierung als auch die didaktische Neugestaltung der Dauerausstellung vorgestellt.

 

Die Entdeckung fünf römischer Schiffe aus dem späten 3./4. Jahrhundert n. Chr. 1981/82 in Mainz war der Startschuss für das 1994 eröffnete Museum für Antike Schiffahrt. Heute befasst sich der dem Museum angegliederte Forschungsbereich mit Fragen der Schifffahrt und des Schiffbaus in Altertum und Mittelalter.
Seit 2010 erfolgt die grundsätzliche Erneuerung der Dauerausstellung. Nach Abschluss des ersten Bauabschnittes und zum Ausklang von »Mainz – Stadt der Wissenschaft 2011« kann das Haus nun feierlich wiedereröffnet werden.Die Modernisierung ist zudem ein erster Schritt in Richtung »grünes Museum«. So wurde das Dach im Rahmen der energetischen Sanierung mit einer Dachbegrünung sowie einer neuartigen gebäudeintegrierten Photovoltaikanlage mit ASI® Modulen von SCHOTT ausgestattet. Durch diese soll der Stromverbrauch des Museums abgedeckt werden. Damit leistet das RGZM einen substantiellen Beitrag zum Klimaschutz.Ab Dienstag, dem 13. Dezember 2011, wird das Museum wieder für die Öffentlichkeit zugänglich sein.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Quelle:

Christina Nitzsche
Vermittlung und Öffentlichkeitsarbeit
Römisch-Germanisches Zentralmuseum (RGZM) – Forschungsinstitut für Vor- und Frühgeschichte

Tehran 50. Ein halbes Jahrhundert deutsche Archäologie in Iran

Die Sonderausstellung Tehran 50 – Ein halbes Jahrhundert deutsche Archäologie in Iran – feiert die Gründung der Abteilung Teheran durch das Deutsche Archäologische Institut vor einem halben Jahrhundert. 1961 nahm sie ihre Arbeit erstmals auf, seit 1996 ist die ehemalige Abteilung eine an die Eurasien-Abteilung des DAI angeschlossene Außenstelle.

Weitere Informationen hierzu auf finden Sie auf folgender Seite.

 

Quelle:

Nicole Kehrer

Pressestelle

Deutsches Archäologisches Institut

 

 

 

Zur Geschichte vormoderner Metropolen. Internationale Jahrestagung des Forums Mittelalter

Vom 24. bis zum 26. November 2011 veranstaltet das Forum Mittelalter der Universität Regensburg seine nunmehr 8. Jahrestagung. Wie in den Jahren zuvor nimmt die Tagung wieder ein aktuelles Thema der mittelalterlichen Städteforschung in den Blick. Diesmal steht die Entstehung und Entwicklung von Metropolen im Mittelpunkt. Internationale Referentinnen und Referenten zahlreicher Forschungsdisziplinen werden das Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchten. Der Auftakt der Tagung sowie ein öffentlicher Abendvortrag finden am 24. November ab 19.00 Uhr im Runtingersaal der Stadt Regensburg (Keplerstraße 1, 93047 Regensburg) statt. Am 25. und 26. November schließen sich Vorträge im Großen Sitzungssaal des Alten Finanzamts in Regensburg (Landshuter Straße 4, 93047 Regensburg) an.

Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung lebt in Städten; in Europa sind es sogar fast zwei Drittel aller Menschen. Es sind zumeist die sogenannten Megastädte, die derzeit die größten Zuwächse verzeichnen können. Mit Blick auf die langfristige Entwicklung von Metropolen sowie auf die historischen Prozesse der Urbanisierung steht die Forschung allerdings weiterhin vor zahlreichen offenen Fragen. Für die Tagung „Metropolität in der Vormoderne. Konstruktionen urbaner Zentralität im Wandel“ erweitert das Forum Mittelalter deshalb seine mediävistische Perspektive um die antike und die frühneuzeitliche Epoche. Zudem wird im Rahmen der Tagung das Konzept eines im Aufbau befindlichen Themenverbundes an der Universität Regensburg – „Urbane Räume und europäische Kultur. Von der griechischen Polis bis zur vorindustriellen Metropole“ – mit renommierten Gästen aus dem In- und Ausland diskutiert.

Den Abendvortrag während der Eröffnung hält Prof. Dr. Harald A. Mieg, Direktor des Georg-Simmel-Zentrums für Metropolenforschung der Humboldt-Universität zu Berlin, zum Thema „Der moderne Metropolenbegriff und seine Historisierung“. Die beiden darauf folgenden Konferenztage sind ebenfalls hochkarätig besetzt. Neben Prof. Dr. Jörg Oberste, dem Sprecher des Forums Mittelalter, der sich in seiner Präsentation dem mittelalterlichen Paris widmet, unterstreichen Forscherinnen und Forscher aus der Archäologie, der Kunstgeschichte sowie der Rechtsgeschichte die interdisziplinäre Ausrichtung der diesjährigen Tagung.

Die Veranstaltung wird von der Regensburger Universitätsstiftung Hans Vielberth gefördert. Die interessierte Öffentlichkeit ist herzlich eingeladen; der Eintritt ist an allen Veranstaltungstagen frei.

Weiterführende Informationen und das Programm zur Tagung unter:
http://www.forum-mittelalter.de

 

Quelle:
Alexander Schlaak

Referat II/2, Kommunikation

Universität Regensburg