Bisher unbekannte antike Kultstätte bei Ausgrabungen in Didyma entdeckt

Archäologen des von der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste geförderten Forschungsprojektes „Kulte im Kult“ haben im bekannten Orakelheiligtum des Apollon in Didyma (Türkei) das Fundament eines hellenistischen Tempels entdeckt. Die Forscherinnen und Forscher vermuten, den seit Jahrzehnten gesuchten Tempel der Artemis, der Zwillingsschwester Apollons, gefunden zu haben.

Bei den Ausgrabungen der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste und des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) in Didyma wurden unter der Leitung von Prof. Dr. Helga Bumke (Universität Halle-Wittenberg) im vergangenen Jahr Teile dieses Fundaments freigelegt. Ihr Zusammenhang und ihre Bedeutung konnten aber erst jetzt zweifelsfrei erklärt werden. So gelang es durch die Ausgrabungen sowohl den Grundriss des etwa 12 x 32 m großen Fundamentes vollständig zu ermitteln als auch seine aufgehende Architektur weitgehend zu rekonstruieren.

Aus antiken Inschriften ist bekannt, dass in Didyma neben Apollon noch weitere Gottheiten verehrt wurden, insbesondere Artemis, Zeus und Aphrodite, die teilweise auch eigene Kultbauten besessen haben sollen. Allerdings konnten diese bisher nie gefunden werden, obwohl deutsche Archäologen bereits seit 1906 in Didyma forschen. Jahrzehntelang wurde vergeblich versucht diese Kultstätten zu lokalisieren. Architekturteile von Kultbauten traten seit Beginn der deutschen Ausgrabungen im Jahre 1906 zwar immer wieder zutage, doch Gebäudefundamente wurden überhaupt nicht gefunden, so dass die antike Gestalt des Gesamtheiligtums ebenso wie der Zusammenhang seiner sakralen Strukturen bis heute im Dunkeln blieben – bis nun dem Team um Prof. Dr. Helga Bumke der Durchbruch gelang.

Bemerkenswert ist, dass die Ausmaße und die architektonische Ausgestaltung des neuen Tempels darauf hindeuten, dass er im 2. Jh. v. Chr. nach dem Vorbild des zentralen Kultbaus des Apollon entworfen wurde, eines kleinen ionischen Tempels, der im Innenhof des monumentalen Apollontempels stand. Die These der Forscherinnen und Forscher: dies ist der in den Inschriften bezeugte Tempel seiner Zwillingsschwester Artemis.
Endgültige Gewissheit über den göttlichen Inhaber des Tempels werden aber erst weitere Grabungen und Forschungen bringen. So gilt es nun, den zugehörigen Altar zu lokalisieren und Aufschluss über die unmittelbare Umgebung des Tempels zu erhalten.
Seit 2009 verfolgt das Akademieprojekt „Kulte im Kult“ im Rahmen der Erforschung außerstädtisch gelegener Heiligtümer das Ziel, die Kulttopographie von Didyma durch archäologische Feldforschungen zu erschließen.

Weitere Infos zu der Kultstätte in Didyma gibt es hier.

Quelle:
Dirk Borhart
Presse und Kommunikation
Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und Künste

Speiseplan der römischen Gladiatoren

Römische Gladiatoren ernährten sich überwiegend vegetarisch und nahmen nach dem Training einen Aschetrunk als Tonikum zu sich. Das haben anthropologische Untersuchungen an Knochen von Kämpfern, die bei Ausgrabungen im antiken Ephesos gefunden wurden, ergeben.

Historische Quellen berichten, dass Gladiatoren eine eigene Diät hielten. Diese bestand aus Bohnen und Getreide. In zeitgenössischen Berichten werden sie als «hordearii» («Gerstenfresser») bezeichnet.
In einer Studie des Departments für Gerichtsmedizin der Medizinischen Uni Wien in Kooperation mit der Abteilung für Anthropologie des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Bern wurden Knochen eines im Jahr 1993 gefundenen Gladiatorenfriedhofs aus dem 2./3. Jahrhundert nach Christus im damals römischen Ephesos (heutige Türkei) untersucht. Ephesos war damals die Hauptstadt der römischen Provinz Asia und hatte über 200’000 Einwohner.

Mit Hilfe von spektroskopischen Methoden wurden stabile Isotopenverhältnisse (Kohlenstoff, Stickstoff und Schwefel) im Kollagen der Knochen sowie das Verhältnis von Strontium zu Calcium im Knochenmineral untersucht.

Das Ergebnis zeigt, dass sich Gladiatoren hauptsächlich pflanzlich ernährten. Hier gab es kaum Ernährungsunterschiede zur örtlichen «Normalbevölkerung». Auf dem Speiseplan standen vor allem Getreidegerichte und fleischlose Kost. Das Wort «Gerstenfresser» bezieht sich hier darauf, dass Gladiatoren wohl Getreide von minderer Qualität erhielten. «Man könnte annehmen, dass Gladiatoren besonders viel Fleisch bekommen haben», sagt Sandra Lösch vom Institut für Rechtsmedizin der Universität Bern, die als Anthropologin die Isotopenanalysen gemacht hat, «aber wir haben keine signifikanten Unterschiede zur Normalbevölkerung von Ephesos gefunden.»

Aufbautrunk nach körperlicher Anstrengung

Hoch signifikant ist der Unterschied zwischen Gladiatoren und Normalbevölkerung bei dem gemessenen Strontium-Anteil in den Knochen. Das lässt auf eine gesteigerte Mineralaufnahme der Gladiatoren aus einer Strontium-reichen Calciumquelle schliessen. Den in der Literatur überlieferten Aschetrunk gab es wohl wirklich.

«Pflanzliche Asche wurde offenbar zur Kräftigung nach körperlicher Anstrengung und zur verbesserten Knochenheilung eingenommen», erklärt Studienleiter Fabian Kanz vom Department für Gerichtsmedizin der MedUni Wien, «da verhielt es sich ähnlich wie heutzutage die Einnahme von Magnesium und Calcium (etwa in Form von Brausetabletten) nach körperlicher Anstrengung.» Calcium ist essentiell für den Knochenaufbau und kommt üblicherweise vor allem in Milchprodukten vor.

Ein weiterführendes Forschungsprojekt zielt auf die Migration der Gladiatoren ab, die oft aus unterschiedlichen Gebieten des römischen Reiches nach Ephesos kamen. Ein Vergleich der Knochendaten der Gladiatoren mit jenen der lokalen Tierwelt wird hier so manchen Unterschied erkennbar machen, hoffen die Forscher.

Weitere Infos zur Ernährung der Gladiatoren gibt es hier.

Quelle:
lic. phil. Nathalie Matter
Abteilung Kommunikation
Universität Bern

Digitales Forum Romanum

Der Tahrir-Platz in Kairo, der Maidan in Kiew – eindrucksvoll führen diese zwei aktuellen Beispiele vor Augen, wie öffentlichen Plätzen als Bühnen der politischen Kommunikation und des öffentlichen Handelns in den modernen Städten der Neuzeit wieder Leben eingehaucht wird. Diese Erfahrung mag überraschen, galten die urbanen Plätze lange als Relikte vergangener Zeiten, denen lediglich noch eifrige Verkehrsplaner und Touristen Beachtung schenkten. Dieses wiederbelebte Interesse an den öffentlichen Plätzen spiegelt sich auch in der historischen Stadtforschung wider, wie das Forschungs- und Lehrprojekt digitales forum romanum am Winckelmann-Institut der Humboldt-Universität zu Berlin zeigt.

In Kooperation mit dem Exzellenzcluster Topoi und dem Architekturreferat des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) Berlin arbeiten Wissenschaftler und Studierende der Klassischen Archäologie seit 2011 an der Erstellung eines neuen digitalen 3D Modells des antiken Forum Romanum. Hier an diesem öffentlichen Platz Roms wurde Geschichte geschrieben und Politik gemacht, hier wurden die Geschicke der Stadt und des Römischen Reiches gelenkt, hier konzentrierte sich das öffentlich-politische Leben der größten Metropole der Antike über 1000 Jahre, ehe das Forum Romanum seit Ende des 19. Jahrhunderts zur berühmteste Ausgrabungsstätte im Herzen der Ewigen Stadt wurde.

„Unsere digitale Rekonstruktion des Forum Romanum ist zwar nicht die erste, aber wir verfolgen mit unserem Modell einen anderen, auch wissenschaftlich-kritischen Anspruch“, erläutert Prof. Dr. Susanne Muth vom Institut für Archäologie der Humboldt-Universität zu Berlin, die das Projekt leitet. “Wo andere digitale Rekonstruktionen ein verlorenes Erscheinungsbild des Forums primär ‚visualisieren‘, setzen wir stärker darauf, mit Hilfe unserer Rekonstruktionen das Forum besser ‚verstehbar‘ werden zu lassen.“ Entstanden ist die Idee zu diesem Forschungsprojekt im Rahmen einer interdisziplinären Forschergruppe im Exzellenzclusters TOPOI, die die Konstruktion und Wahrnehmung antiker Stadträume erforscht. Seine Realisierung gelang, indem das Projekt aus dem Forschungsverbund zwischen Humboldt-Universität und Freier Universität mit außeruniversitären Einrichtungen in die Lehre eingebunden wurde: Unter Anleitung durch Susanne Muth und den Topoi-Mitarbeiter Armin Müller (DAI Berlin) erarbeiteten Studierende der Humboldt-Universität sukzessive digitale Rekonstruktionen der Forumsbauten. Seit 2013 wurden diese dann in ein zusammenhängendes Modell des gesamten Forumsplatzes integriert.

Das neue Modell des digitalen forum romanum vereint erstmals Rekonstruktionen des Forums durch die verschiedenen Epochen und macht dadurch Entwicklungen sichtbar, die möglicherweise auch für aktuelle Diskurse zur Stadtnutzung fruchtbar sein können. „Hier erschließen wir mit unserem Modell ein spannendes und auch aufregendes Neuland. Dass die dynamischen Veränderungen des Platzes teils so einschneidend waren, war in diesem Umfang bisher nicht absehbar“, erklärt Erika Holter, Koordinatorin des Projektes.

Zwanzig Studierende haben mit viel Engagement und wissenschaftlicher Sorgfalt von Anfang an mitgearbeitet. „Die Einbindung der Studierenden in die aktuelle Forschungsarbeit hat sich als ein Glücksfall erwiesen: Für die Studierenden, indem sie unmittelbar Anteil an wissenschaftlicher Exzellenzforschung nehmen konnten, als auch für das Projekt, indem so viele Personen engagiert ihre Kompetenz einbringen konnten“, betont Susanne Muth.

Erste Ergebnisse des Projekts werden nun auf einer frei zugänglichen Website vorgestellt.

Quelle:
Hans-Christoph Keller
Stabsstelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Humboldt-Universität zu Berlin

Europäische Museen im Ersten Weltkrieg

Internationale Tagung „Mars & Museum. Europäische Museen im Ersten Weltkrieg“ vom 18. bis 22. September 2014

Es ist weitgehend in Vergessenheit geraten, dass nicht nur der Zweite, sondern auch der Erste Weltkrieg ein bedeutender Einschnitt in der Geschichte der europäischen Museen war. Der Louvre wurde 1914 von Paris nach Toulouse und Blois fast komplett evakuiert. Die Eremitage in St. Petersburg verwandelte sich für Jahre in ein Kriegslazarett und ihre Sammlungen wurden nach Moskau verlagert. In Berlin gefährdete der Krieg u.a. die großartige Münzsammlung im Kaiser-Friedrich-Museum (heute Bode-Museum), die von der Reichsbank als Garantie für Gold in Anspruch genommen wurde. Das British Museum verlor elf seiner Kustoden. In den Operations- und Besatzungsgebieten im Westen und Osten war der Museumsbetrieb aufgrund von Zerstörungen und der Evakuierung vieler Sammlungen jahrelang unterbrochen oder gestört; während und besonders nach dem Krieg blieben Neuerwerbungen erschwert. In vielen Institutionen eröffneten sich in der unmittelbaren Nachkriegszeit aber auch ungeahnte Möglichkeiten für die Umsetzung von Reformen, Neuordnungen und Umbauten.

Mit der Geschichte der europäischen Museen im und nach dem Ersten Weltkrieg beschäftigt sich eine Tagung, die vom Fachgebiet Kunstgeschichte der TU Berlin, dem Zentralarchiv der Staatlichen Museen zu Berlin und dem Centre Marc Bloch veranstaltet wird.

Ziel ist es, das Schicksal von Museumsbauten, von Sammlungen sowie des Museumspersonals im Ersten Weltkrieg erstmalig vergleichend und transnational zu beleuchten. Die strukturellen Gemeinsamkeiten der unterschiedlichen Museumsgeschichten im Krieg sollen ebenso beleuchtet werden wie auch nationale Spezifizitäten. So soll die Tagung die sich zunehmend internationalisierende Museumsforschung nicht nur widerspiegeln, sondern durch Identifizierung von Forschungslücken und Desiderata auch entscheidend vorantreiben.

Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Anzahl der Plätze ist begrenzt. Tagungssprachen sind Deutsch, Englisch und Französisch.

Weitere Infos zum Programm der Tagung „Mars & Museum. Europäische Museen im Ersten Weltkrieg“ gibt es hier.

Quelle:
Stefanie Terp
Stabsstelle Presse, Öffentlichkeitsarbeit und Alumni
Technische Universität Berlin

 

 

Häfen von der Römischen Kaiserzeit bis zum Mittelalter

Deutsches Schiffahrtsmuseum in Bremerhaven präsentiert erste Forschungsergebnisse zum Thema „Häfen von der Römischen Kaiserzeit bis zum Mittelalter“.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert seit Juni 2012 im Rahmen eines Schwerpunktprogramms (SPP) „Häfen von der Römischen Kaiserzeit bis zum Mittelalter“ verschiedene Forschungsprojekte. Darin widmen sich in der Förderperiode von zweimal drei Jahren rund 60 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der interdisziplinären Erforschung des Phänomens „Hafen“. Die national und international beteiligten Institutionen zeigen am Donnerstag, 2. Oktober 2014, um 19.00 Uhr im Deutschen Schiffahrtsmuseum (DSM) in einer Posterpräsentation ihre ersten Ergebnisse der interessierten Öffentlichkeit. Die Teilnahme an der Eröffnung ist kostenfrei. Die Posterpräsentation ist anschließend bis zum Sonntag, 1. Februar 2015 im DSM zu sehen.

„Häfen sind hochkomplexe Systeme, in denen sich ökologische, logistische, ökonomische, soziale, juristische, militärische und kultische Subsysteme überlagern und gegenseitig bedingen. Um das Phänomen „Hafen“ in seiner gesamten Tragweite und zeitlichen Tiefe methodisch adäquat bewerten zu können, strebt das SPP eine Identifikation dieser Subsysteme und deren Bedeutung auf das Siedlungsgeschehen selbst an“, erläutert Prof. Dr. Sunhild Kleingärtner, Geschäftsführende Direktorin des DSM. Das Ziel: Um Häfen als systemrelevante Komponenten zu verstehen, sollen fächerübergreifend chronologische Hürden sowie räumliche Grenzen überwunden und Vergleichsanalysen initiiert werden.

Die Koordinatoren des Programms sind Prof. Dr. Claus von Carnap-Bornheim, Zentrum für Baltische und Skandinavische Archäologie Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen, Schloss Gottorf (gleichzeitig SPP Sprecher), Prof. Dr. Falko Daim, Römisch-Germanisches Zentralmuseum, Forschungsinstitut für Archäologie, und Prof. Dr. Peter Ettel, Lehrstuhl für Ur- und Frühgeschichte der Friedrich-Schiller-Universität, sowie Dr. Ursula Warnke, Direktorin am DSM.

Weit gefächerte europäische und interdisziplinäre Hafenforschung

Das dafür eingerichtete DFG-Schwerpunktprogramm möchte unterschiedliche Richtungen einer zeitlich und räumlich weit gefächerten europäischen Hafenforschung aufgreifen, interdisziplinär vernetzen und methodisch fortführen. Zudem sollen auch naturwissenschaftliche Werkzeuge weiterentwickelt und erprobt werden, die zur Erkundung und Erfassung dienen sowie den Wert und die Bedeutung von bislang unbekannten Hafenbefunden feststellen können. Dabei wird sich das SPP auf jene Häfen konzentrieren, die primär zivilen Nutzungen unterlagen, ohne dass dabei militärische Anlagen und Schnittflächen umgangen oder ausgegrenzt werden dürfen. Anlagen, die rein militärischen Zwecken dienten, werden jedoch nicht mit einbezogen, beschreibt die Webseite http://www.spp-haefen.de das Programm.

„Das Arbeitsgebiet umfasst Europa in seiner gesamten geografischen Ausdehnung. Grundgerüst der geografischen Bestimmung des Arbeitsraumes sind zum einen die Meere und Binnenmeere Europas: Atlantik, Mittelmeer, einschließlich seiner afrikanischen Küste, sowie Nordsee und Os-see, die durch Seehäfen erschlossen werden“, erläutert Warnke weiter das Programm. Zum anderen seien die großen, schiffbaren Flüsse Europas wie Rhein, Rhone, Elbe, Oder und Donau mit ihren Zuflüssen von Bedeutung, da sie eine Verbindung zwischen Nord- und Ostsee sowie Schwarzem Meer beziehungsweise Mittelmeer herstellen und Binnenhäfen aufweisen, die das Zentrum regionaler Verkehrsnetze bilden. An diese angebundenen Flussgebiete würden einerseits die ökonomischen Ressourcen des Hinterlandes anschließen und andererseits den weiträumigen Warentransfer erlauben. „Damit stellen Hafenanlagen Teile grundlegender Infrastrukturen als Schnittstelle zwischen Land und Wasser dar“, so Warnke.

Von der Römischen Kaiserzeit bis ins 13. Jahrhundert

Die von den vier Initiatoren für dieses Programm gewählte Zeitspanne reicht von der Römischen Kaiserzeit bis ins 13. Jahrhundert. Das SPP stellt auf seiner Webseite zur Diskussion: „Die Entwicklung in den einzelnen Regionen und Zeitabschnitten suggeriert bislang den Eindruck, dass sie isoliert und ohne Bezug zueinander stehen. Die bereits auf eine Jahrhunderte währende Tradition zurückblickenden Hafenanlagen des Mittelmeeres scheinen konstruktiv und funktional zunächst wenig mit den gleichzeitigen Strukturen der Binnenschifffahrt in den römischen Provinzen oder den sich im Frühmittelalter entwickelnden Seehandelsplätzen Nordeuropas vergleichbar zu sein. Dagegen vermag die Schiffsarchäologie durchaus technikgeschichtliche Verbindungen zwischen der Mittelmeerwelt und den Regionen nördlich der Alpen herzustellen. Ebenso stellt der historisch und archäologisch nachweisbare Fernhandel eine Möglichkeit für den Transfer von Kenntnissen zur baulichen Ausgestaltung und dem Betrieb von Hafenanlagen dar.“

 

Weitere Infos zum Schwerpunktprogramm „Häfen von der Römischen Kaiserzeit bis zum Mittelalter“ gibt es hier.

 

Quelle
Imke Engelbrecht
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Schiffahrtsmuseum

Historikertag 2014 in Göttingen

Auf dem 50. Deutschen Historikertag werden vom 23. bis 26. September 2014 an der Universität Göttingen über 400 Referentinnen und Referenten neueste Forschungsergebnisse diskutieren. Gut ein Viertel von ihnen reist aus dem Ausland an – insgesamt werden 21 Nationen vertreten sein.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die Stiftung Niedersachsen fördern die internationale Ausrichtung des Historikertages mit insgesamt 60.000 Euro. „Die Förderung macht es unter anderem möglich, dass wir internationale Nachwuchswissenschaftler bei ihren Reisekosten unterstützen“, so der Geschäftsführer des Historikertages, Benjamin Bühring. „Von den Impulsen aus anderen Wissenschaftssystemen profitieren alle Teilnehmer. Internationale Vernetzung hat einen sehr großen Stellenwert für die Geschichtswissenschaft“.

Eine der größten Gruppen ausländischer Wissenschaftler stammt aus Großbritannien, dem Partnerland des 50. Deutschen Historikertages. In mehreren Sektionen werden Fragen der britischen und deutsch-britischen Geschichte thematisiert. Gemeinsam mit der Royal Historical Society (RHS) bietet der Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands (VHD) eine Sektion mit dem Titel „The Psychology of National Difference in the Mid-20th Century Crisis“ an, unter der Leitung des RHS-Präsidenten Prof. Dr. Peter Mandler von der Cambridge University. Im Schülerprogramm spricht mit Prof. Dr. Nicholas Stargardt von der Oxford University einer der führenden britischen Experten für deutsche Geschichte über „Versteckte Kinder im Holocaust“. Prof. Dr. Christopher Clark von der Cambridge University debattiert zudem mit Prof. Dr. Gerd Krumeich über die Hintergründe des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs.

„Die Universität Göttingen als Gründung Georgs II. und mit ihren vielfältigen aktuellen wissenschaftlichen Verbindungen nach Großbritannien ist also gleich in mehrfacher Hinsicht ein idealer Tagungsort für dieses Partnerland“, so Prof. Dr. Arnd Reitemeier, Sprecher des Ortskomitees. „Vor dem Hintergrund des Referendums in Schottland am 18. September wird es spannend sein zu beobachten, wie die Kolleginnen und Kollegen aus England, Wales und Schottland das Motto ‘Gewinner und Verlierer‘ des Historikertags aufgreifen werden.“

Rednerin auf der Festveranstaltung am Donnerstag, 25. September, um 19 Uhr in der Stadthalle ist Lyndal Roper, Regius-Professorin für Geschichte an der Oxford University und die erste Frau in dieser Position seit der Stiftung des Lehrstuhls 1724 durch Georg I. Sie spricht über die Rolle von Frauen im Wissenschaftssystem in Großbritannien und Deutschland.

Weitere Infos zum Historikertag 2014 gibt es hier.

Quelle:
Thomas Richter
Presse, Kommunikation und Marketing
Georg-August-Universität Göttingen

Volltreffer bei Grabung in Gernsheim

Frankfurter Uni-Archäologen haben im Rahmen einer studentischen Lehrgrabung in Gernsheim im Hessischen Ried das seit Langem gesuchte Römerkastell entdeckt: Zwischen 70/80 und 110/120 n. Chr. war dort eine Truppeneinheit mit etwa 500 Soldaten (Kohorte) stationiert. Nachgewiesen wurden in den vergangenen Wochen zwei für entsprechende Kastelle typische Spitzgräben, die Pfostenlöcher eines hölzernen Turms der Umwehrung sowie weitere Befunde aus der Zeit nach der Auflassung des Kastells.

Ungewöhnlich zahlreich sind die Funde. Denn die römische Truppe legte bei ihrem Abzug das Kastell nieder und verfüllte die Gräben. Dabei wurde vor allem im inneren Spitzgraben viel Abfall entsorgt – „ein Glücksfall für uns“ – so Prof. Dr. Hans-Markus von Kaenel vom Institut für Archäologische Wissenschaften der Goethe-Universität – „wir haben Kiste um Kiste mit Scherben von Fein-, Grob- und Transportkeramik gefüllt; ihre Bestimmung wird es erlauben, das Ende des Kastells zeitlich genauer einzugrenzen als bislang möglich“.

Über das römische Gernsheim war bisher wenig bekannt, obwohl hier seit dem 19. Jahrhundert immer wieder römische Funde zutage treten. „Sicher schien aufgrund der Funde bisher nur, dass hier vom 1. bis 3. Jahrhundert eine bedeutende dorfartige Siedlung, ein ‚vicus‘, gelegen haben muss, vergleichbar etwa mit ähnlichen Dörfern, die bereits in Groß-Gerau, Dieburg oder Ladenburg nachgewiesen werden konnten“, erläutert Grabungsleiter Dr. Thomas Maurer, der seit Jahren von Frankfurt aus nach Südhessen auf Spurensuche geht und seine Ergebnisse in einer großen Publikation über das nördliche Hessische Ried in der römischen Kaiserzeit veröffentlicht hat.

„Angenommen wurde“ – so Maurer weiter –, „dass diese Siedlung aus einem Kastell hervorgegangen sein müsse, war es doch üblich, dass die Angehörigen der Soldaten vor dem Kastell in einer dorfartigen Siedlung lebten.“ „Diese Grabungskampagne ist ein echter Volltreffer“, freut sich Prof. Dr. Hans-Markus von Kaenel, „die Ergebnisse stellen einen Meilenstein in der Rekonstruktion der Geschichte des Hessischen Ried in der römischen Zeit dar.“ Seit bald 20 Jahren kümmert sich von Kaenel zusammen mit seinen Mitarbeitern und Studierenden im Rahmen von Surveys, Ausgrabungen, Materialaufarbeitungen und Auswertungen um diesen Raum; die Ergebnisse sind in über 50 Beiträgen publiziert worden.

Die Römer errichteten das Kastell in Gernsheim, um in den 70er Jahren des 1. Jh. n. Chr. den rechtsrheinischen Raum großflächig in Besitz zu nehmen und die Verkehrsinfrastruktur vom und zum Zentrum Mainz-Mogontiacum auszubauen. Für die große Bedeutung von Gernsheim am Rhein in römischer Zeit spricht seine verkehrsgünstige Lage, hier zweigte eine Straße an den Mainlimes von der Fernstraße Mainz – Ladenburg – Augsburg ab. Auch die Existenz eines Rheinhafens wird vermutet, was durch diese Grabung allerdings nicht bestätigt werden konnte – „das war schon durch die Auswahl des Areals nicht zu erwarten“, so Maurer. Gernsheim hat sich im 20. Jahrhundert immer stärker ausgedehnt, was die archäologischen Spuren mehr und mehr zu verwischen drohte. Lagen die römischen Überreste um 1900 größtenteils noch unter Äckern und Gärten, so wurden sie peu à peu überbaut und gingen damit der planmäßigen archäologischen Forschung verloren. Das letzte größere Areal, in dem mit römischen Funden zu rechnen war, war ein Gebiet im Südwesten der Stadt zwischen der B 44 und dem Winkelbach. Doch 1971 rückten auch hier die Bagger an. Maurer ergänzt: „Nur notdürftig konnten damals einige römische Funde von ehrenamtlichen Helfern der Denkmalpflege geborgen werden.“

Am 4. August dieses Jahres startete auf einem der wenigen noch unbebauten Grundstücke, ein Doppelgrundstück an der Nibelungenstraße 10-12, die diesjährige Lehrgrabung des Instituts für Archäologische Wissenschaften der Goethe-Universität. „Nach meiner Kartierung der lokalisierbaren Gernsheimer Fundstellen befinden wir uns ganz am westlichen Rand der Fundkonzentration, unmittelbar am Rand der Niederterrasse, denn der nicht weit entfernte Winkelbach verläuft bereits in der Rheinniederung“, erklärt Grabungsleiter Maurer. Auf fast allen benachbarten Grundstücken wurden in den 1970er und 80er Jahren vereinzelt römische Funde notiert. „Der Platz erschien daher als lohnenswertes Grabungsziel, was sich voll bestätigt hat.“

Weitere Infos zur Grabung in Gernsheim gibt es hier. 

Quelle:
Ulrike Jaspers
Marketing und Kommunikation
Goethe-Universität Frankfurt am Main

Der Mensch und die Katastrophe

Auf aktuellen Forschungsergebnissen von Wissenschaftlern aus Heidelberg und Darmstadt basiert eine Ausstellung mit dem Titel „Von Atlantis bis heute – Mensch. Natur. Katastrophe“, die die Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim (rem) vom 7. September 2014 an bis zum März kommenden Jahres zeigen. Die Schau geht der Frage nach, wie Individuen und Gesellschaften auf verheerende Unglücksereignisse reagieren, die durch Naturgewalten ausgelöst werden. Dabei wird der Bogen gespannt vom Untergang des sagenumwobenen Inselreiches Atlantis bis zum Wirbelsturm im ostindischen Bundesstaat Orissa, bei dem im vergangenen Jahr eine Million Menschen evakuiert werden musste. Die Ausstellung ist eine Kooperation der Reiss-Engelhorn-Museen mit dem Exzellenzcluster „Asien und Europa im globalen Kontext“ der Universität Heidelberg sowie der Technischen Universität Darmstadt. Zur Eröffnung wird die baden-württembergische Wissenschaftsministerin Theresia Bauer erwartet.

Die Ausstellung basiert auf dem Forschungsprojekt „Bilder von Katastrophen“, in dem der Geschichtswissenschaftler und Katastrophenexperte Prof. Dr. Gerrit Jasper Schenk (Darmstadt) und die Kunsthistorikerin Prof. Dr. Monica Juneja (Heidelberg) am Cluster „Asien und Europa“ zusammenarbeiten. Sie untersuchen den Umgang mit Extremsituationen in Geschichte und Gegenwart in unterschiedlichen Kulturen. Dabei geht es nicht nur um die Reaktionen der Betroffenen vor Ort, sondern auch um die unterschiedlichen Deutungen der existenzbedrohenden Ereignisse und ihre „mediale“ Verbreitung. „Im Moment einer Naturkatastrophe wird das Verhältnis von Mensch und Kultur zur Natur schlaglichtartig beleuchtet“, betont Gerrit Schenk. Im Nachgang werden verheerende Unglücksereignisse erinnert oder verdrängt, es zeigen sich kollektive Bewältigungsstrategien und kulturell begründete Handlungsmuster. „Um das Unbeschreibliche zu thematisieren, zu deuten und zu zähmen, greifen Menschen zu Bildern. Dies können Sprachbilder, Mythen, Mahnmale, Symbole oder auch bewegte Bilder sein“, sagt Monica Juneja, die Professorin für globale Kunstgeschichte ist.

Wie Kulturen auf die Gefahren und Katastrophen reagieren, ist zwar in Zeit und Raum erstaunlich unterschiedlich. Doch zeigen sich nach Angaben von Prof. Juneja und Prof. Schenk auch verbindende, häufig wandernde Muster kulturellen Umgangs mit der katastrophalen Erfahrung. In der Vormoderne bot zum Beispiel die Erklärung, dass „Unsterne“ für eine Katastrophe verantwortlich sind, ein transkulturelles Deutungsmuster von Asien bis Europa an. Andere Erklärungen suchten die Schuld in falschem Handeln von Menschen. Vor dem Hintergrund einer zunehmenden Selbstgefährdung der Menschheit und einer Medialisierung katastrophaler Erfahrungen zeichnen sich in der Moderne schließlich global verständliche Darstellungsmuster ab, die zunehmend zu weltweiter Solidarität auffordern, wie die beiden Wissenschaftler hervorheben.

Die Ausstellung wurde gemeinsam mit einem Team der Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim unter der Leitung von Dr. Christoph Lind, stellvertretender Direktor der rem für den Bereich Kunst- und Kulturgeschichte, konzipiert und umgesetzt. Sie führt rund 20 bekannte und weniger bekannte Katastrophen der Weltgeschichte vor Augen. Dazu gehören der Ausbruch des Vesuvs im Jahre 79 nach Christus, dessen Lavastrom die Stadt Pompeji zerstörte, oder auch die Überschwemmungen von Mannheim Ende des 18. Jahrhunderts, nach denen Flutkarten zu bedrohten Stadtteilen angefertigt wurden. Thema ist auch die Havarie des Atomkraftwerkes im japanischen Fukushima nach einer Tsunamiwelle 2011, bei der durch das Zusammenspiel von Naturgewalt und menschlicher Technik das Ereignis zu einer ganz spezifischen Katastrophe wurde. Gezeigt werden dazu rund 200 Exponate, die von historischen Gemälden über Alltagsgegenstände bis zu Originalberichten, Fotografien, Filmen und Hörbeispielen reichen. Viele dieser Ausstellungsstücke waren bislang noch nicht öffentlich zu sehen.

Die Ausstellung „Von Atlantis bis heute – Mensch. Natur. Katastrophe“ ist vom 7. September 2014 bis zum 1. März 2015 im Museum Weltkulturen der Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim zu sehen. Sie ist täglich außer montags von 11 bis 18 Uhr geöffnet.

Weitere Infos zur Ausstellung „Von Atlantis bis heute – Mensch. Natur. Katastrophe“ gibt es hier.

Quelle:
Marietta Fuhrmann-Koch
Kommunikation und Marketing
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Grabungen auf dem Kapellenberg

Auch in diesem Jahr werden die archäologischen Untersuchungen im Innenraum der jungsteinzeitlichen Höhensiedlung Kapellenberg in Hofheim/Ts. fortgeführt. Ziel der am 1. September beginnenden Grabungen ist das Verständnis der ehemaligen Bebauungsdichte und die Frage, wie viele Menschen dort zugleich gewohnt hatten – letztlich, ob man von einer frühen Stadt sprechen kann.

Die Grabungen konzentrieren sich wieder auf das bereits im Jahr 2013 untersuchte Areal. Dort fanden die Archäologen des Römisch-Germanischen Zentralmuseum (RGZM) und der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz Konzentrationen von Keramik, Lehm, Holzkohle und einige Steingeräte aus der Zeit um 4000 v. Chr. Die Funde zeigen, dass noch Teile der ehemaligen Oberfläche um die damaligen Häuser erhalten sind. Das macht den Kapellenberg aus archäologischer Sicht so bedeutend, denn in den meisten steinzeitlichen Siedlungen sind diese Oberflächen abgeschwemmt.

Geophysikalische Prospektion auf dem Kapellenberg durch Patrick Mertl, Universität Mainz, August 2014. (Foto: RGZM / D. Gronenborn)
Geophysikalische Prospektion auf dem Kapellenberg durch Patrick Mertl, Universität Mainz, August 2014. (Foto: RGZM / D. Gronenborn)

Bereits im Frühjahr 2014 ist in Kooperation mit Prof. Dr. Heinrich Thiemeyer von der Goethe-Universität in Frankfurt das Plateau des Kapellenberges und die seitlichen Hänge abgebohrt worden, so dass nun die Erosions- und Umgestaltungsgeschichte der Oberfläche besser verstanden ist. Demnach wurde bereits vor 6000 Jahren der Boden weitgehend durch die Siedlungsaktivitäten verändert. Im kommenden Herbst und Winter werden geophysikalische Messungen an geeigneten Flächen weitere Informationen zur Besiedlungsdichte geben, ein erster Versuch im August erbrachte vielversprechende Ergebnisse.

Letztendlich zielen alle diese Forschungen auf die Frage nach der ehemaligen Besiedlungsdichte und Größe der Höhensiedlung – es geht es um den Beginn städtischer Siedlungen in Mitteleuropa. Während man früher städtische Strukturen erst zu Beginn der Eisenzeit sehen wollte, zeigen neue Forschungen, dass Siedlungen mit vielen Tausend Einwohnern als Zentrum eines Umlandes bereits um 4000 v. Chr. in mehreren Regionen Europas existierten. Anhand des Kapellenberges lassen sich diese Fragen ausgezeichnet untersuchen.

Die Grabung und die Prospektionen werden ausgerichtet vom RGZM und der Johannes Gutenberg-Universität Mainz in Kooperation mit der hessenARCHÄOLOGIE und unterstützt von der Stadt Hofheim. Das Grabungsteam besteht aus Studierenden der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz und wird geleitet von Timo Lang M.A.

Mehr Infos zu den Grabungen auf dem Kapellenberg gibt es hier. 

Quelle:
Christina Nitzsche
Vermittlung und Öffentlichkeitsarbeit
Römisch-Germanisches Zentralmuseum (RGZM) – Forschungsinstitut für Archäologie

Workshop zum Bloggen in Wien

Das Institut für Österreichische Geschichtsforschung organisiert einen Workshop zum Thema „Weblogs in Geschichtswissenschaft und Archivwesen“, am 10. November in Wien. Der Workshop soll einerseits dem Austausch von Bloggerinnen und Bloggern aus dem Bereich der Geschichtswissenschaft und des Archivwesens dienen, vor allem aber interessierte Historikerinnen und Historiker, Archivarinnen und Archivare sowie fortgeschrittene Studierende an die Möglichkeiten und Chancen des Bloggens heranführen. Teilnahme kostenlos, aber Anmeldung erforderlich.

Mehr Infos zu dem Workshop findet Ihr hier!