Neandertaler starben vor spätestens 39.000 Jahren aus

Internationales Forscherteam unter Beteiligung der Universität Tübingen überprüft Datierungen europäischer Funde und erstellt ein Modell der zeitlichen Abläufe in der Altsteinzeit.

Die letzten Neandertaler sind vor spätestens 39.000 Jahren ausgestorben. Zu diesem Ergebnis kommt ein internationales Forscherteam, an dem Wissenschaftler der Universität Tübingen beteiligt waren. „Das Verschwinden der Neandertaler muss früher angesetzt werden“, sagt Professor Nicholas Conard von der Abteilung Ältere Urgeschichte und Quartärökologie der Universität Tübingen. Auch für die bisherige Annahme, dass Neandertaler im Süden der Iberischen Halbinsel besonders lange überlebt hätten, ließen sich bei erneuter Prüfung keine Hinweise finden. Die Ergebnisse der Studie werden in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „Nature“ veröffentlicht.

Seit vielen Jahren ist sich die Forschung einig, dass anatomisch moderne Menschen, von denen alle heute lebenden Menschen abstammen, und Neandertaler eine Zeit lang nebeneinander existierten. Doch wie viel Zeit und Möglichkeiten zur Begegnung die beiden Menschenarten hatten und wann die Neandertaler ausgestorben sind, stellt die Wissenschaft vor viele Rätsel. Dies liegt auch daran, dass die Radiokohlenstoffdatierung der archäologischen Funde bei Proben mit einem Alter um etwa 50.000 Jahre ihre verlässlichen Grenzen erreicht – ausgerechnet in dem Zeitraum, auf den es für die Klärung der Abläufe ankommt. Ein großes internationales Forscherteam hat nun von zahlreichen europäischen Fundstellen aus der Altsteinzeit Momentaufnahmen zusammengetragen, frühere Datierungen mit einer genaueren Methode überprüft und daraus ein, wenn auch lückenhaftes, Gesamtbild zusammengefügt. Die Ergebnisse der Studie sprechen geografisch wie auch zeitlich für eine mosaikartige Verteilung der letzten Neandertaler in Europa.

Im europäischen Mittelmeerraum tauchten die ersten anatomisch modernen Menschen vor 45.000 bis 43.000 Jahren auf. Offenbar verdrängten diese Einwanderer die europäischen Neandertaler aber nicht gleich überall bei ihrer Ankunft. Die Forscher gehen davon aus, dass sich die Lebenszeiten der letzten Neandertaler und der eingewanderten anatomisch modernen Menschen in Europa über einen Zeitraum von 2.600 bis 5.400 Jahren überschnitten. Die Zeit habe ausgereicht, dass Neandertaler Kenntnisse von modernen Menschen übernehmen konnten. Das Bild der Koexistenz sei komplex und ergebe ein mosaikartiges Muster.

Das Forscherteam bezog 40 archäologische Schlüsselfundstellen von Russland bis Spanien in ihre Studie ein. Die Datierung zahlreicher Funde wurde mithilfe der Beschleuniger-Massenspektrometrie nachuntersucht, die genauere Messungen zulässt als die Radiokohlenstoffdatierung. Es zeigte sich, dass mit den bisherigen Methoden und aufgrund von Verunreinigung der Proben das Alter von steinzeitlichen Überresten häufig bis zu mehrere Tausend Jahre unterschätzt worden war. „Das altsteinzeitliche Europa ist das beste Gebiet, um die Verdrängung der Neandertaler durch anatomisch moderne Menschen zu untersuchen, hier gibt es viele bereits gut untersuchte Fundstellen“, erklärt Nicholas Conard. Das Forscherteam untersuchte drei steinzeitliche Kulturformen, die sich jeweils durch ihre Steinwerkzeuge unterscheiden: das Moustérien und das in Frankreich sowie Nordspanien beschriebene Châtelperronien, die Neandertalern zugeordnet werden, sowie die Uluzzien-Kultur, die auf der italienischen Halbinsel und Südgriechenland zu beobachten war und deren Produkte dem modernen Menschen zugeschrieben werden.

Sicher ist, dass es außerhalb von Afrika einen Austausch von Genmaterial zwischen Neandertalern und anatomisch modernen Menschen gegeben hat. Noch heute finden sich einige Neandertalergene im Erbgut von Nichtafrikanern. Wann und wo außerhalb Afrikas sich die beiden Menschengruppen zusammenfanden, bevor die Neandertaler verschwanden, konnte bisher nicht näher bestimmt werden. Das Forscherteam entwickelte aus den neuen Messdaten der Beschleuniger-Massenspektrometrie ein Modell der Zeitabläufe: Danach wurde das Moustérien an verschiedenen Orten zu verschiedenen Zeiten von anderen Industrien wie zum Beispiel dem Châtelperronien beziehungsweise der Uluzzien-Kultur abgelöst. Die Forscher sind sich jedenfalls sicher, dass spätestens seit 39.000 Jahren vor heute keine Neandertaler mehr lebten.

Mehr Infos zu den Forschungsergebnissen über den Neandertaler gibt es hier.

Quelle:

Dr. Karl Guido Rijkhoek
Hochschulkommunikation
Eberhard Karls Universität Tübingen

Schmuck aus dem Frühmittelalter

Das Römisch-Germanische Zentralmuseum Mainz (RGZM) forscht seit Jahren auf dem Gebiet frühmittelalterlicher Granate und hat dazu im Januar 2014 gemeinsam mit weiteren Partnern ein mehrjähriges interdisziplinäres Forschungsprojekt begonnen. Es widmet sich einer exotischen Fernhandelsware: dem roten Granat. Dieser zwischen ca. 450 und 800 n. Chr. aus Indien und Sri Lanka importierte Edelstein zierte tausende Waffen und Schmuckobjekte und wurde großflächig in einem geometrisch angelegten Zellwerkmuster arrangiert. Nachdem sich das Projektteam am 2. Juli getroffen hat, sind nun alle laufenden Projekte auf der RGZM-Homepage abrufbar.

Der Zugang zu exotischen Gütern wurde schon in der Antike von gesellschaftlichen Eliten zur Schau gestellt, um das eigene Prestige zu demonstrieren. Wie auch heute löste die „High Society“ als Trendsetter regelrechte Modewellen aus. Erhöhte Nachfrage machte einstige exotische Fernhandelswaren zu Massengütern, deren Wert und Sinngehalt sich dadurch veränderte. Fernhandel und Bedeutung des Granats können daher modellhafte Einblicke in die Weltwirtschaft nach dem Zerfall des Weströmischen Reiches eröffnen. Von großem Interesse ist außerdem die Vorstellungswelt der frühmittelalterlichen Menschen. Nicht nur die rote Farbe der Granateinlagen, sondern auch deren Anordnungsmuster auf den einzelnen Objekten lässt die hohe symbolische Aufladung erkennen.

Als Ausgangspunkt für das Projekt dient die Sammlung des RGZM. Die Zusammenarbeit mit Partnern aus fünf europäischen Ländern ermöglicht Zugang zu luxuriösem Granatschmuck aus weiten Teilen Europas. Darüber hinaus werden auch die frühmittelalterlichen Schriftquellen zur sozialen und symbolischen Bedeutung von Edelsteinen erstmals zusammenfassend ausgewertet. Die Projektleitung für das RGZM übernimmt Dr. Dieter Quast.

Die Arbeiten werden im Verbund mit dem LVR-LandesMuseum Bonn und dem Südasien-Institut der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg durchgeführt und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziell gefördert.

Beim zweiten Projekttreffen waren über 20 Archäologen, Indologen, Historiker, Mineralogen, Sprachwissenschaftler und Informatiker aus den beteiligten Ländern in Mainz zusammengekommen, um neben der Vernetzung der zwölf Teilprojekte an einem Workshop zu frühmittelalterlichen Goldschmiedetechniken teilzunehmen.

Mehr Infos zum Projekt über den frühmittelalterlichen Edelsteinschmuck gibt es hier.

Quelle:
Christina Nitzsche
Vermittlung und Öffentlichkeitsarbeit
Römisch-Germanisches Zentralmuseum (RGZM) – Forschungsinstitut für Archäologie

 

Leo Frobenius und die Felsbilder Afrikas

Das Goethe-Institut in Paris zeigt bis zum 22. Juli eine Reihe weltweit einzigartiger Felsbilder aus dem Archiv des Frankfurter Frobenius-Instituts an der Goethe-Universität. Die Ausstellung „Auf dem Weg nach Atlantis: Leo Frobenius und die Felsbilder Afrikas“ geht der abenteuerlichen Entstehungsgeschichte dieser Bilder in der Zentralsahara und den Savannen Simbabwes nach, die gleichzeitig einen Startpunkt für die öffentliche Wahrnehmung der älteren Geschichte des afrikanischen Kontinents in Deutschland darstellte.

Der Frankfurter Kurator Dr. Richard Kuba, Ethnologe und Leiter der Sammlung am Frobenius-Institut, erläutert die Hintergründe: „Unsere Ausstellung erzählt auch die spektakuläre Ausstellungsgeschichte der Sammlung, die in den 1930er Jahren u.a. im Berliner Reichstag, im Pariser Pleyel und im Trocadéro sowie im New Yorker MoMA gezeigt wurde. Als Wissenschaftsbilder längst überholt und heute weitgehend vergessen, waren diese ungesehenen Bilder eine Quelle der Inspiration für die künstlerische Avantgarde.“ Verbunden mit der Pariser Ausstellung sind auch öffentliche Vorträge und ein Kolloquium zur „Verflechtungsgeschichte der Ethnologie“.

 

Felsbild aus Simbabwe. Abgebildet sind Elefanten, eine Schlange, springende Tiere, Bäume sowie liegende Gestalten. (© Frobenius-Institut)
Felsbild aus Simbabwe. Abgebildet sind Elefanten, eine Schlange, springende Tiere, Bäume sowie liegende Gestalten. (© Frobenius-Institut)

Bereits auf seinen ersten Expeditionen durch den belgischen Kongo von 1904 bis 1906 und durch Westafrika von 1907 bis 1909 war der deutsche Ethnologe Leo Frobenius (1873-1938) auf der Suche nach den ursprünglichen Formen afrikanischer Kulturen und glaubte sich bisweilen auf den Spuren des alten Atlantis. Ab 1912 haben Malerinnen und Maler, die Frobenius für seine insgesamt 12 Afrika-Expeditionen engagierte, Kopien von Felsbildern angelegt. Dazu Kuba: „Vor Ort in Nordafrika, in der Sahara und im südlichen Afrila haben sie die prähistorischen Malereien und Gravuren in Farbe und und oftmals in Originalgröße auf Leinwand kopiert.“ In den 1930er Jahren folgten dann Felsbild-Expeditionen in europäische Länder sowie nach Australien und Indonesien. Bis zu Frobenius Tod im Jahre 1938 entstand so eine weltweit einzigartige Sammlung von fast 5000 Felsbildkopien, die noch heute überwiegend im Archiv des Frobenius-Instituts erhalten ist.

 

 

Felsbild aus Simbabwe. Große, rote sitzende Gestalt. (© Frobenius-Institut)
Felsbild aus Simbabwe. Große, rote sitzende Gestalt. (© Frobenius-Institut)

Leo Frobenius war eine schillernde Persönlichkeit: Abenteurer und Afrika-Entdecker, Ethnologe und Kulturphilosoph, Monarchist und Ideenspender für ein neues Afrika-Bild, das in der nachkolonialen Phase entscheidenden Einfluss auf die Entstehung der emanzipatorischen Négritude-Bewegung hatte. Frobenius, der Mitte der 1920er Jahre an das eigens für ihn gestiftete Institut für Kulturmorphologie an die Universität Frankfurt kam, war getrieben von der Vorstellung, sich mit aller Kraft gegen Modernisierung und Rationalisierung stemmen zu müssen. Und in Afrika schien er all das in den Mythen, Masken und Malereien zu finden, was in Europa an Wert verlor. Soeben ist übrigens in der von der Goethe-Universität herausgegebenen Biographie-Reihe „Gründer, Gönner und Gelehrte“ ein Band über Leo Frobenius im Societäts-Verlag erschienen. Der Autor und Ethnologe Prof. Dr. Bernhard Streck von der Universität Leipzig setzt sich intensiv mit Frobenius und seiner Kulturmorphologie auseinander.

Weitere Infos gibt es hier. 

Quelle:
Ulrike Jaspers
Marketing und Kommunikation
Goethe-Universität Frankfurt am Main

Neues Service-Angebot vom Berliner Antike-Kolleg

Das Berliner Antike-Kolleg stellt auf seinen Internetseiten ein neues umfangreiches Informations- und Rechercheangebot bereit, das die altertumswissenschaftlichen Ressourcen in der Region Berlin-Brandenburg bündelt und öffentlich zugänglich macht. Das Angebot ist Teil des Projekts „Altertumswissenschaften in Berlin/Brandenburg“ und wird vom Berliner Antike-Kolleg und dem Exzellenzcluster Topoi in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Archäologischen Institut, der Staatsbibliothek zu Berlin und dem altertumswissenschaftlichen Fachliteraturportal „Propylaeum“ erstellt. Es richtet sich an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Studierende und die interessierte Öffentlichkeit.

Das Angebot umfasst drei Bereiche:

– Ein virtueller Verbundkatalog vereint die wichtigsten Fachbibliotheken in der Region und ermöglicht eine Literatursuche.

– Ein Veranstaltungskalender listet Vorträge, Konferenzen und weitere Ereignisse in der Region, die im Zusammenhang mit altertumswissenschaftlicher Forschungs stehen.

– Mithilfe des Infrastrukturführers können die Standorte von Fachbibliotheken, Instituten und Museen in Berlin und Brandenburg recherchiert werden.

Das Berliner Antike-Kolleg ist 2011 aus dem Exzellenzcluster Topoi hervorgegangen und wird wie dieses von allen Institutionen getragen, die sich in Berlin mit der Alten Welt beschäftigen: Beteiligt sind die Freie Universität und die Humboldt-Universität zu Berlin, die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, das Deutsche Archäologische Institut, das Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte und die Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Das Zentrum umspannt unter anderem die Disziplinen Archäologie, Geschichtswissenschaft, Philologie und Philosophie; integriert sind auch Geo- und andere Naturwissenschaften.

Zum Kolleg gehört auch eine Graduiertenschule zur Doktorandenausbildung. Ein weiterer Bereich ist das Research Center of Ancient Studies, mit dem der internationale wissenschaftliche Austausch in Berlin gefördert werden soll. Die Geschäftsstelle des Berliner Antike Kollegs befindet sich im Archäologischen Zentrum der Staatlichen Museen zu Berlin.

 

Weitere Infos zu dem neuen Service-Angebot des Berliner Antike-Kollegs gibt es hier.

 

Quelle:
Dr. Nina Diezemann
Stabsstelle für Presse und Kommunikation
Freie Universität Berlin

Deutsche Archäologen entdecken Goldmünzen aus dem 6. Jahrhundert in einem koptischen Kloster in Luxor

Ein Team des Deutschen Archäologischen Instituts hat im Kloster Deir el-Bachît, dem antiken Pauloskloster (Dra’ Abu el-Naga Nord/Theben-West), einen aus 29 byzantinischen Goldmünzen bestehenden Hortfund entdeckt.

Der Münzhort wurde in einer kleinen Kapelle gefunden, die in ein pharaonisches Grab eingebaut war und zu den ältesten Einrichtungen des Klosters gehört. Die Münzen selbst waren in ein Tuch gewickelt in einer Säule des Altartisches versteckt und können in zwei Gruppen unterteilt werden: 18 größere Münzen, bei denen es sich um Solidi handelt, und elf kleinere, sog. Tremisses.
Nach einer ersten Sichtung lassen sich die Münzen den Kaisern Valens, Valentinian, Justin I. und Justinian I. zuordnen. Mit dem dadurch gewonnenen Datierungsansatz für eine Deponierung im 6. Jahrhundert n. Chr. findet sich der früheste Nachweis für eine Klosterkapelle in Theben-West. Darüber hinaus liefert der Fund einen zeitlichen Beleg für die Umwandlung der von einem Eremiten seit dem 5. Jahrhundert n. Chr. als Wohnbehausung genutzten Grabhöhle in ein sakrales Zentrum, das bis ins 12. Jahrhundert Bestand hatte, wie Besucherinschriften belegen. Der Fund gibt außerdem interessante Einblicke in die ökonomische Situation eines Klosterverbandes der Spätantike.

Die Ausgrabung findet im Rahmen eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanzierten Kooperationsprojektes zwischen dem Deutschen Archäologischen Institut Kairo (Dr. Daniel Polz), dem Römisch-Germanischen Zentralmuseum Mainz (Dr. Ina Eichner) und der Ludwig-Maximilians-Universität München (Dr. Thomas Beckh) statt.

 

Weitere Infos gibt es hier.

Quelle:
Nicole Kehrer M.A.
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Archäologisches Institut

Digitales Kulturgüterregister für Syrien

Deutsches Archäologisches Institut macht umfangreiche Datenbestände zu den bedeutendsten archäologischen und historischen Stätten Syriens online zugänglich.

Die Kulturlandschaft Syrien gehört hinsichtlich der Anzahl und historischen Bedeutung der dort vorhandenen Denkmäler zu den herausragenden Regionen weltweit. Durch die aktuellen Entwicklungen im Land ist die Existenz dieses einmaligen kulturellen Erbes, das in weiten Teilen noch nicht wissenschaftlich erschlossen ist, massiv bedroht.
Das Deutsche Archäologische Institut (DAI) und das Museum für Islamische Kunst Berlin, die beide durch ihre langfristigen Arbeiten in Syrien über sehr umfangreiche Datensammlungen verfügen, haben im November 2013 in dem gemeinsamen Projekt „Erstellung digitaler Kulturgüterregister für Syrien / Syrian Heritage Archive Project“ mit der digitalen Erschließung ihrer Archive begonnen. Das Projekt wird durch das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland gefördert.

Kooperationsprojekt des Deutschen Archäologischen Instituts und des Museums für Islamische Kunst Berlin

Durch die langjährigen Forschungsprojekte, die in Zusammenarbeit ausländischer Missionen mit der syrischen Generaldirektion für Altertümer und Museen (DGAMS) in den vergangenen Jahrzehnten durchgeführt werden konnten, liegen für viele der bedeutendsten archäologischen und historischen Stätten Syriens umfangreiche Datenbestände vor. Viele dieser Forschungsdaten sind jedoch bisher ausschließlich in analoger Form vorhanden, da die digitale Datengenerierung in der Archäologie im größeren Umfang erst gegen Ende der 1990er begonnen hat.
Die vollständige Digitalisierung der älteren Datenbestände bildet daher eine wesentliche Voraussetzung für die zukünftige Datennutzung und ihre sinnvolle Zusammenführung in größeren Datenbankprojekten sowie die darauf basierenden Auswertungen zum Stand des Kulturerbes in Syrien, insbesondere auch für die Kartierungen der kriegsbedingten Schäden.

Sichtung, Digitalisierung und Archivierung der Forschungsdaten werden in Berlin von zwei deutsch-syrischen Teams durchgeführt. Die Materialien werden in Arachne, der Objektdatenbank des DAI, den DAI-Gazetteer und den DAI-Geoserver eingepflegt. Die Schnittstellen dieser Architektur sichern die von Anfang an angestrebte internationale Vernetzung mit anderen, ähnlichen Projekten zur langfristigen Dokumentation der Kulturgüter Syriens, um eine möglichst umfassende Datensammlung aufzubauen. Regelmäßige Treffen dienen der Absprache über die notwenigen Arbeitsschritte.

Syrien – ein kulturelles Langzeitarchiv droht verloren zu gehen

Viele grundlegende Errungenschaften der Menschheit, z. B. die Landwirtschaft oder Urbanisierung, wurden erstmals in der Region Syriens entwickelt. Da in Syrien zudem alle Zeitabschnitte vom Beginn menschlicher Nutzung ab etwa eine Million Jahre vor heute bis in die osmanische Zeit durch archäologische oder historische Monumente belegt sind, verfügt das Land über eines der umfassendsten kulturellen Langzeitarchive.
Die Zerstörungen in den Altstädten sowie die im großen Stil durchgeführten Raubgrabungen in wichtigen archäologischen Stätten belegen die Dynamik dieses Prozesses, der zum unwiederbringlichen Verschwinden der wichtigsten historischen Zeugnisse des Landes führen kann.
Auch wenn diese Problematik nicht im Fokus der täglichen Berichterstattung steht, bildet sie doch einen wesentlichen Teilaspekt der momentanen Situation in Syrien, die man gegenwärtig allerdings nur registrieren kann. Für die gegenwärtige und zukünftige Bewertung des Denkmälerbestandes ist die systematische Archivierung und Auswertung der vorhandenen Dokumentationen zu den einzelnen Befund- und Fundkategorien daher von grundlegender Bedeutung.

Hier geht es zur Objektdatenbank des DAI.

Quelle:
Nicole Kehrer
Pressestelle
Deutsches Archäologisches Institut

Homo floresiensis doch eine eigene Species

Seit der Entdeckung streitet sich die Wissenschaft darüber, ob es sich bei Homo floresiensis um eine kleinwüchsige Inselpopulation des Homo erectus oder um krankheitsbedingt veränderte Überreste von anatomisch modernen Menschen handelt. Wissenschaftler des Senckenberg Center for Human Evolution and Palaeoenvironment der Universität Tübingen untersuchten in Zusammenarbeit mit Kollegen von der Stony Brook University New York und der Universität von Minnesota die anatomischen Merkmale der gefundenen Schädel. Die Ergebnisse unterstützen die Theorie, dass H. floresiensis eine eigene Art der Gattung Homo darstellt. Die Forschungsergebnisse wurden in PLOS ONE publiziert.

Seit der Entdeckung der etwa 18.000 Jahre alten Überreste auf der indonesischen Insel Flores ist die Abstammung des Homo floresiensis stark umstritten. Grundlegende Frage ist, ob es sich um eine eigene Art handelt oder nicht. Hatte sich auf der Insel eine kleinwüchsige Population des Homo erectus etabliert? Oder waren es moderne Menschen, die an einer Krankheit litten? Der Schädel mit der Fundnummer LB1 hat eine geringe Größe und umfasste wohl nur ein eher kleines Gehirn. Als Ursachen kämen zum Beispiel eine Form der Unterfunktion der Schilddrüse oder das Laron-Syndrom sowie Mikrozephalie in Frage.

An digitalen Darstellungen der Schädel analysierten die Forscher mit Hilfe dreidimensionaler Vermessung (Geometric-Morphometric Untersuchungen) und multivarianter statistischer Berechnungen die Koordinaten der anatomischen Merkmale der Schädeloberfläche.
Sie verglichen die Form des LB1-Schädels sowohl mit fossilen Schädeln verschiedener Arten der Gattung Homo als auch mit denen moderner Menschen, die an unterschiedlichen Krankheiten litten, die als Auslöser für Kleinwüchsigkeit bekannt sind.

„Damit liegt eine umfassende Untersuchung der beiden wichtigsten, gegensätzlichen Hypothesen zur umstrittenen Einordnung des Homo floresiensis vor“, so Professorin Katerina Harvati. Die Ergebnisse zeigen, dass der LB1-Schädel größere Übereinstimmungen mit der Gruppe der fossilen als mit den modernen, krankheitsbedingt veränderten Schädeln aufweist.
Obwohl die Oberfläche Ähnlichkeiten zu den von Krankheit deformierten Schädeln zeigt, existieren bei LB1 doch zusätzliche Merkmale, die diesen Schädel ausschließlich mit den fossilen Funden verbinden.

„Unsere Ergebnisse erbringen den bisher eindeutigsten Nachweis einer engen Verbindung zwischen Homo floresiensis und den fossilen Überresten der Gattung Homo“, fassen die Autoren die Resultate des Forscherteams zusammen: „Unsere Studie widerspricht der Hypothese, dass es sich bei LB1 um einen anatomisch modernen Menschen handelt, der an einer krankheitsbedingten Veränderung, wie sie zum Beispiel durch Mikrozephalie verursacht wird, litt.“

Publikation:

Baab, Karen L.; Mc Nulty, Kieran P.; Harvati, Katerina: Homo floresiensis contextualized: a geometric morphometric comparative analysis of fossil and pathological human samples, PLOS ONE (2013):http://dx.plos.org/10.1371/journal.pone.0069119

Mehr Informationen gibt es hier.

Quelle:
Dr. Sören Dürr
Senckenberg Pressestelle
Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

Den Urmenschen auf der Spur

Pressekonferenz der Wissenschaftler und der namibischen San-„Buschleute“ zu ihrem Projekt „Tracking in Caves“

Das Team „Tracking Caves“, bestehend aus Wissenschaftlern und Fährtenlesern, wird in einer Pressekonferenz von seinen Entdeckungen in den eiszeitlichen Bilderhöhlen der südfranzösischen Ariège berichten. Vor über einem Monat war die Expedition zuerst nach Namibia aufgebrochen, um sich dort mit den drei Fährtenlesern vom Volk der San („Buschmänner“) vorzubereiten. Seit Anfang des Monats haben die erfahrenen Spurensucher Tsamkxao Cigae, C/wi /Kunta und C/wi G/aqo De!u die Geschichte hinter den Hand- und Fußabdrücken im Höhlenboden enträtselt. Nun stellen Wissenschaftler und Fährtenleser die Ergebnisse auf einer Pressekonferenz vor. Die Universität zu Köln und das Neanderthal Museum in Mettmann laden zu der Pressekonferenz herzlich ein. Die Klicksprache der Buschleute wird von Tsamkxao Cigae ins Englische übersetzt.

Dr. Tilman Lenssen-Erz von der Forschungsstelle Afrika der Universität zu Köln und Dr. Andreas Pastoors vom Neanderthal Museum in Mettmann sind Leiter des Projektes. Die Wissenschaftler sind Experten der Höhlenkunst und Felsbildmalerei. Tsamkxao Cigae arbeitet als Jagdführer auf der Tsumkwe Country Lodge, lebt in Tsumkwe; spricht gut Englisch und wird als Übersetzer fungieren. C/wi /Kunta arbeitet als Fährtensucher für einen professionellen Jäger, lebt in //xa/oba, einem Dorf 20 km nördlich von Tsumkwe, wo auch als „Living Hunters Museum“ die gegenwärtige und traditionelle Lebensweise der San für Touristen dargeboten wird. C/wi G/aqo De!u arbeitet als Fährtensucher für Jagdgesellschaften, lebt in einem Dorf ca. 20 km SSW von Tsumkwe.

Der Hintergrund des Projekts ist der zum Teil exzellente Erhaltungsgrad der Spuren. Eine Reihe von Höhlen in den Pyrenäen enthalten bis zu 17000 Jahre alte Fuß- und Handabdrücke des eiszeitlichen modernen Menschen. Bis heute wurden diese Zeugnisse unserer Vorfahren nicht ausreichend untersucht. Ein Team von Archäologen der Universität zu Köln und des Neanderthal Museums in Mettmann haben dafür eine Gruppe besonderer Spezialisten angeworben: Jäger der San (Buschmänner) aus Namibia.

Die Jäger sind hervorragende Fährtenleser, die Details aus den Spuren lesen können, die anderen Betrachtern entgehen. „Die San gehören zu den letzten ‚gelernten‘ Jägern und Sammlern des südlichen Afrika“, erklärt Tilman Lenssen-Erz. „Die Spuren in den Höhlen wurden also von Leuten untersucht, die wirklich etwas davon verstehen.“ Der Wissenschaftler vergleicht das Vorgehen der Buschleute dabei mit der wissenschaftlichen Empirie. „Es ist eine Vorform der geisteswissenschaftlichen wissenschaftlichen Arbeit. Man erarbeitet eine Hypothese, die dann an den Fakten überprüft wird. Das ist ein Wissenschaftsprozess, der dabei abläuft.“

Das Forschungsfeld der Abdrücke liegt im Moment brach. Die Vorgeschichtsforscher haben bis jetzt Lage und Größe der Abdrücke aufgenommen. Andreas Pastoors möchte aber mehr: „Wir erhoffen uns ein Plus an Informationen: Ob die Person in Eile war, ob sie vielleicht krank war oder etwas getragen hat. Mehr Informationen, die Leben in die Abdrücke bringen.“ Dahinter steht der Wunsch, die kulturellen Erzeugnisse der Urmenschen besser zu verstehen: „Unsere große Aufgabe ist es, die Höhlenkunst zu interpretieren und herauszufinden, was die Menschen in diesen Höhlen mit den Höhlenbildern gemacht haben. Wir müssen alle Informationen über den Kontext dieser Bilder heranziehen.“

Wann: 17. Juli 2013, 11.00 Uhr

Ort: Neues Seminargebäude, Tagungsraum im Erdgeschoss
Albertus-Magnus-Platz

Weitere Informationen gibt es hier.

Quelle:
Gabriele Rutzen
Presse und Kommunikation
Universität zu Köln

Geisteswissenschaftler, wo sind Eure Antworten?

Max Weber Stiftung und Gerda Henkel Stiftung eröffnen eine gemeinsame Internetreihe zur Zukunft der Geisteswissenschaften

Wie präsent sind die Geisteswissenschaften in der Öffentlichkeit? Welche Deutungshoheit haben sie? Und wie bleiben die Geisteswissenschaften angesichts der digitalen Veränderungen zukunftsfähig?

Die Max Weber Stiftung – Geisteswissenschaftliche Institute im Ausland und die Gerda Henkel Stiftung starten heute das gemeinsame Internetformat „Max meets Lisa“. Hier sprechen Geschichts-, Sozial- und Kulturwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler über die gesellschaftliche Relevanz ihrer Arbeit, die Mediennutzung in den Geisteswissenschaften und die mögliche zukünftige Beschaffenheit ihrer jeweiligen Disziplinen.In der ersten Folge diskutieren PD Dr. Maren Möhring (Potsdam) und Prof. Dr. Paul Nolte (Berlin) u. a. über fremde und eigene Bücher, Orientierungswissen in Zeiten gesellschaftlichen Wandels und das öffentliche Interesse an historischen Fragestellungen. Das gut einstündige Gespräch ist ab heute zu sehen unter http://vimeo.com/69844196.

Die Max Weber Stiftung betreibt neben der Online-Publikationsplattform http://www.perspectivia.net das wissenschaftliche Blogportal „Weber 2.0 – Wissen in Verbindung“ (mws.hypotheses.org) für die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an den Auslandsinstituten der Stiftung und deren Kooperationspartner. Die Gerda Henkel Stiftung bietet mit dem interaktiven und multimedialen Wissenschaftsportal L.I.S.A. (www.lisa.gerda-henkel-stiftung.de) ein Fachangebot für Geisteswissenschaftlerinnen und Geisteswissenschaftler sowie ein Kommunikationsnetzwerk für ihre Stipendiatinnen und Stipendiaten, Förderpartner und die interessierte Öffentlichkeit. Ziel der gemeinsamen Initiative „Max meets Lisa“ ist es, die geistes-, kultur- und sozialwissenschaftliche Kommunikation im Internet zu intensivieren und Debatten über zentrale Aspekte geisteswissenschaftlicher Forschung ein Forum zu geben.

PD Dr. Maren Möhring leitet die Abteilung III „Der Wandel des Politischen“ am Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam. 2012 erschien ihre Habilitationsschrift „Fremdes Essen. Die Geschichte der ausländischen Gastronomie in der Bundesrepublik Deutschland“. Prof. Dr. Paul Nolte lehrt Zeitgeschichte an der Freien Universität Berlin. Er ist derzeit Fellow am Historischen Kolleg München. Seine jüngste Monographie „Was ist Demokratie? Geschichte und Gegenwart“ erschien ebenfalls 2012.

Die Max Weber Stiftung – Deutsche Geisteswissenschaftliche Institute im Ausland fördert die außeruniversitäre Forschung mit Schwerpunkten auf den Gebieten der Geschichts-, Kultur-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften in ausgewählten Ländern sowie das gegenseitige Verständnis zwischen Deutschland und diesen Ländern. Sie unterhält zurzeit zehn geisteswissenschaftliche Institute im Ausland.

Die Gerda Henkel Stiftung wurde 1976 von Frau Lisa Maskell (1914–1998) zum Gedenken an ihre Mutter Gerda Henkel errichtet. Ausschließlicher Stiftungszweck ist die Förderung der Wissenschaft. Die Disziplinen Archäologie, Geschichtswissenschaften, Historische Islamwissenschaften, Kunstgeschichte, Rechtsgeschichte sowie Ur- und Frühgeschichte stehen im Zentrum der Fördertätigkeit.

Weiter Informationen gibt es hier.

Quelle:
Dr. Sybille Wüstemann
Geschäftsstelle
Gerda Henkel Stiftung

Grabungen in Asien zeigen Neues zur Kulturgeschichte der Landwirtschaft

Archäologen der Universität Tübingen dokumentieren die Ursprünge der Landwirtschaft im iranischen Zagros-Vorgebirge.

Seit Jahrzehnten erforschen Archäologen die Ursprünge der Landwirtschaft im Vorderen Orient. Diese Forschungen wiesen bislang auf eine frühe Pflanzendomestikation im westlichen und nördlichen „Fruchtbaren Halbmond“ hin, eine regenreiche Region, die sich von der Küste Israels bis zum Iran erstreckt. In der Ausgabe des Fachmagazins Science vom 5. Juli zeigen Wissenschaftler der Universität Tübingen, des Senckenberg Center for Human Evolution and Palaeoenvironment Tübingen und vom Iranischen Zentrum für Archäologische Forschung, dass das iranische Vorland des Zagros-Gebirges im östlichen Teil des „Fruchtbaren Halbmondes“ ebenfalls ein Schlüsselgebiet bei der ersten Domestikation wilder Pflanzen zu Kulturpflanzen darstellt.

Die Archäologen Professor Nicholas Conard und Mohsen Zeidi aus Tübingen führten zwischen 2009 und 2010 archäologische Ausgrabungen am Tell-Fundplatz Chogha Golan durch. Sie fanden eine acht Meter tiefe Abfolge von ausschließlich akeramischen Kulturschichten des Neolithikums, die in einen Entstehungszeitraum zwischen 11.700 und 9.800 Jahren vor heute fallen. Bei Ausgrabungen wurde eine Fülle von Bauresten, Stein- und Knochengeräten und figürlichen Darstellungen von Menschen und Tieren gefunden. Vermutlich am bedeutendsten waren zudem die Funde der bislang reichsten Ablagerungen verkohlter Pflanzenreste, die jemals aus dem akeramischen Neolithikum des Vorderen Orients geborgen wurden.

Simone Riehl, Leiterin des Archäobotanischen Labors in Tübingen, wertete mehr als 30.000 Pflanzenreste aus 75 Verwandtschaftsgruppen am Chogha Golan aus, die einen Zeitraum von mehr als 2000 Jahren umfassen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Ursprünge der Landwirtschaft im Vorderen Orient multiplen Zentren zuzuordnen sind und nicht, wie bislang angenommen, einem einzigen Kerngebiet entspringen. Daraus schließen die Wissenschaftler, dass der östliche Teil des „Fruchtbaren Halbmondes“ eine Schlüsselrolle im Prozess der Domestikation einnahm.

Viele Fundplätze des akeramischen Neolithikums weisen nur kurze Besiedlungsphasen auf. Im Gegensatz dazu steht die lange Sedimentabfolge am Chogha Golan, die es ermöglichte, die Langzeitentwicklung menschlicher Subsistenz an einer Fundstelle zu untersuchen. Unter den Pflanzenresten vom Chogha Golan finden sich am häufigsten die wilden Vorfahren unserer heutigen Kulturpflanzen, wie Wildgerste, Aegilops und Linse. Diese und andere Arten kommen bereits in den ältesten Siedlungsschichten (Horizont XI) sehr häufig vor und stammen aus dem Ende der letzten Eiszeit vor ca. 11.700 Jahren. In der Siedlungsschicht Horizont II, die auf 9.800 Jahre datiert wird, taucht domestizierter Emmer-Weizen auf.

Die Pflanzenreste vom Chogha Golan repräsentieren einen einzigartigen Langzeitbeleg der Kultivierung wilder Pflanzenarten im östlichen „Fruchtbaren Halbmond“. Über einen Zeitraum von zwei Jahrtausenden entwickelte sich die Bewirtschaftung an der Fundstelle hin zu domestizierten Arten, die eine Basis für die Entstehung sesshafter Dorfsiedlungen und nachfolgender Zivilisationen im Vorderen Orient bildeten. Pflanzen wie verschiedene Weizenformen, Gerste und Linse begleiteten später zusammen mit domestizierten Tieren die frühen Ackerbauern auf ihrem Weg über das westliche Eurasien, wo sie allmählich die einheimischen Jäger- und Sammler-Populationen ersetzten. Viele der Pflanzen, die im „Fruchtbaren Halbmond“ domestiziert wurden, stellen die ökonomische Basis und Nahrungsgrundlage der heutigen Weltbevölkerung dar.

Mehr Informationen gibt es hier.

Quelle:

Myriam Hönig, Antje Karbe
Hochschulkommunikation
Eberhard Karls Universität Tübingen